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ABTEI : KLOSTERGEBÄUDE

In der Barockzeit wurde das mittelalterliche Klostergebäude komplett durch einen Neubau ersetzt und 1747 eingeweiht. Die Fassade ist eine am Schlossbau orientierte Dreiflügelanlage mit Ehrenhof, wobei der Südflügel erst 1909 angebaut wurde. Er birgt die nahezu 80.000 Bände zählende Klosterbibliothek.

Blickfang des Gebäudes ist der Mittelrisalit aus Naturstein mit dem Wappen des Abtes Petrus Emons. Darunter steht in einer Nische die gekrönte Muttergottes mit Zepter und Jesuskind.
Durch das Portal gelangt man in das barocke Treppenhaus aus Eichenholz, das dem aus Hadamar stammenden Laienbruder Christian Schmitt zugeschrieben wird. An diesem seinem Lebenswerk soll er 40 Jahre gearbeitet haben. Eine zweiarmige Treppenanlage mit reich geschnitztem Geländer führt in das obere Stockwerk mit dem Klausurbereich der Mönche. Auf den beiden Pfosten beim Eingang sitzen Löwen mit Wappenschildern, wobei der eine das Familienwappen Bernhards von Clairvaux, der andere das Hauswappen Marienstatts mit dem blühenden Weißdornzweig auf blauem Grund darstellt.

Eine mit Stuckleisten und Malereien - Symbole für die vier Jahreszeiten sowie mittig der griechische Gott Chronos - versehene Decke schließt den Raum ab. An den Wänden finden sich zur Barockausstattung gehörende Holzskulpturen, die unter anderem den hl. Benedikt, die Väter von Cîteaux - Robert von Molesme, Alberich und Stephan Harding - und den hl. Bernhard von Clairvaux mit dem Gekreuzigten in der so genannten Amplexus-Darstellung zeigen.

Von den barocken Räumen sind nur noch einige erhalten, so der Tafelsaal, der Ost- und der Abtsflügel mit dem Kurfürstensaal. Für den Neubau des Gymnasiums im Anschluss an den Südflügel der Abtei wurde die barocke Anna-Kapelle abgebrochen.

Im schlichten, barocken Kreuzgang stehen noch einige Figuren aus dieser Zeit. Beim Eingang zur Kirche befindet sich das stark beschädigte Original der Madonnenfigur aus dem frühen 14. Jahrhundert, die bis 1915 über dem Friedhofsportal am Nordquerhaus der Kirche angebracht war. Dort hängt seitdem eine Kopie. Der Kapitelsaal im Osten des Kreuzgangs wurde Ende des 19. Jahrhunderts unter Einbeziehung mittelalterlicher Tonfliesen aus der Kirche neugotisch umgestaltet.

Von den barocken Wirtschaftsgebäuden ist lediglich die ehemalige Mühle gegenüber der Klosterpforte erhalten, die heute die Werkstätten beherbergt. Das Pfortenhaus wurde 1754 neu errichtet; über seinem Tordurchgang steht eine Figur des hl. Bernhard. Es schließt sich eine Allee an, die direkt auf das Hauptportal der Kirche zuführt. Rechts des Weges liegt ein in der Barockzeit neu angelegter Park, der lange Zeit auch als Teil des Konventgartens bewirtschaftet wurde. An ihn schließt sich, rechts vor der Kirche, der Konventfriedhof an.

Eine weitläufige Bruchsteinmauer, die teilweise noch aus dem Mittelalter stammt, grenzt auch heute noch das Klostergelände von der Umgebung ab. Die Steinbogenbrücke über die Nister ist ebenfalls bereits im Mittelalter gebaut worden und wurde 1721 erneuert.

Der alte Mühlbach, der durch Klostergarten und Kreuzgang floss, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts umgeleitet und kanalisiert. Er betreibt heute die Turbine im hinteren Teil des Klostergartens.

Weitere Bilder finden Sie unter "Galerie".


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