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AKTUELLES : BAUSTELLE ABTEIKIRCHE

Allgemeines

Das Bauwerk Abteikirche - oder auch Basilika - befindet sich im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz. Aus diesem Grund ist die Niederlassung Diez des landeseigenen Betriebes LBB (Liegenschafts- und Baubetreuung) in Zusammenarbeit mit dem LAD (Landesamt für Denkmalpflege in Mainz) mit der Aufgabe der Gesamtsanierung und der Restaurierung der Raumschale beauftragt.
In einer Planungszeit von zwei Jahren (1998 bis 2000) wurde die gesamte Konzeption des Projektes
untersucht, durchdacht, geplant und in Abstimmung mit allen Beteiligten festgelegt.

Die Gesamtsanierung der Basilika

In den Jahren 1999 bis 2004 wurde die Gesamtsanierung des Bauwerks "Abteikirche" durchgeführt. In drei Bauabschnitten wurden rund um die Basilika Arbeiten notwendig, die die Standsicherheit des 800 Jahre alten Gebäudes ertüchtigen und gewährleisten.
Eine Herausforderung war die Tatsache, daß die Kirche während der gesamten Bauzeit "in Betrieb" blieb, d.h. die Messen, Hochzeiten, Requien, der Tagesablauf der Mönche und auch die vielen Wallfahrten (Mai bis Oktober) mit einer immer sehr großen Anzahl von Besuchern waren bei der Planung des Projektes und in der Ausführung stets zu berücksichtigen.
Die Arbeiten verliefen aber dennoch innerhalb des gesetzten Zeitrahmens und der veranschlagten Kosten reibungslos und endeten im Dezember 2004.

Die Restaurierung der Raumschale

Im Zuge der Bauausführung an der Außenfassade wurde immer deutlicher, daß durch eine Unterlassung der Raumschaleninstandsetzung die ästhetisch unbefriedigende Raumwirkung, insbesondere mit dem sanierten Außenbau, zunehmend verdeutlicht würde.

Im Laufe der Zeit verfestigte sich diese Einschätzung und so wurde eine Restaurierung der Raumschale zu Beginn des Jahres 2004 durch das Finanzministerium genehmigt.

Planung
Nach erfolgter öffentlicher Ausschreibung wurde ein Auftragnehmer, eine Arbeitsgemeinschaft von Restauratoren und Kirchenmalern, gefunden und im August 2004 wurde mit den Arbeiten im Kircheninneren begonnen.
Auch bei dieser Maßnahme wurden, ähnlich wie im Außenbereich, drei Bauabschnitte gebildet.

Seit August 2004 arbeitet das Restauratorenteam Rinko Berg aus Hannover an der Raumschale. Bis zum Herbst 2007 soll die Kirche wieder in ihrem mittelalterlichen Erscheinungsbild erstrahlen.

Zu Ostern 2007 ist nun der Hochchor ausgerüstet; die Arbeiten dort sind abgeschlossen. Das "Aha"-Erlebnis und das Erstaunen über die so reichhaltige Farbgebung in diesem bedeutenden Bauteil der Kirche war deutlich vernehmbar. Als Marienstatter Besucher hat man den Hochchor schon seit dem Jahr 2001 nicht mehr gesehen, da auch die Arbeiten an der Außenhülle der Kirche bereits Gerüste in diesem Bereich erforderlich machten. Schon in dieser Zeit sind im Hochchor die buntverglasten Fenster aus den 1950er Jahren durch neue, modern gestaltete, aber im Kontext der Zisterzienser gehaltene, blank verglaste Fenster ersetzt worden. (Details über die Fenster finden Sie hier). Nun wirkt der gesamte Chorraum hell und lichtdurchflutet - ganz im Sinne ursprünglicher zisterziensischer Spiritualität und Baukunst.

Vorgehensweise
Das Ziel bei der Restaurierung der Marienstatter Kirche war stets, das mittelalterliche Erscheinungsbild wiederherzustellen. Dieses Ziel galt sowohl für den Außenbau, der seit 2004 fertiggestellt ist, als auch für die Raumschale, die in zwei Bauabschnitten fertig bearbeitet ist und noch bis zum Herbst 2007 im dritten Bereich, dem nördlichen Seitenschiff, weitere Restaurierungsarbeiten erfährt.

Alle vom Auge des Betrachters entdeckten Details, Bauteile, Einzelstücke, Architekturelemente oder auch der Gesamteindruck der Kirche, ob nun innen oder außen, spiegeln den Zustand wider, wie er zum Zeitpunkt der Fertigstellung ausgesehen haben muss. Somit ist der Eindruck, den der Betrachter erfährt, tatsächlich der, der den Verantwortlichen durch Untersuchungen und klares Betrachten direkt am Objekt durch den Bau offenbart wurde. Man spricht dann von Befundlage.
So herrschte große Überraschung, als bei den restauratorischen Reinigungsarbeiten im Hochchor das Team um Rinko Berg ein erhebliche Fülle an farbigen Originalbefunden entdeckte. Sofort war klar, dass die Bearbeitung dieses Baubereichs längere Zeit in Anspruch nehmen würde als andere Bereiche.

Das Ergebnis zeigt sich nun nach dem Abbau der Gerüste. Der gesamte Kirchenbau wirkt wesentlich größer, höher und heller. Die zisterziensischen Baumeister hatten ein sicheres Gespür dafür, wie Licht und Schatten, Bauwerk und Mensch, aber auch Wissen und Glauben miteinander einhergehen - in Harmonie und Einklang.

Zum Stand der Bauarbeiten beachten Sie bitte unsere aktuellen Presseberichte.


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