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AKTUELLES : CHRONIK

Chronik 2012

31. Dezember 2012

Konventsexerzitien 2012

Traditionell in den Tagen "zwischen den Jahren" hat unsere Gemeinschaft seit dem Abend des 2. Weihnachtsfeiertages bis zum heutigen Silvestertag Konventsexerzitien gehalten. In diesem Jahr gab uns P. Bernd Schrandt SJ (Bonn) auf der Grundlage von Bildern zu den einzelnen Festtagen geistliche Impulse Gottes. Dafür dankt ihm unsere Gemeinschaft herzlich - vergelt´s Gott!

01. November 2012

Große Festfreude an Allerheiligen

Am Hochfest Allerheiligen hatte unsere Gemeinschaft gleich mehrfach Grund zur Freude:
Am Morgen nach den Laudes legte Fr. Leo von Ahn seine zeitliche Profess ab. Wir freuen uns sehr darüber, dass unser Mitbruder sich zunächst für drei Jahre an unsere Gemeinschaft und an Marienstatt gebunden hat.

Im Hochamt feierte P. Cyrillus Buben sein Goldenes Professjubiläum. Nach der Predigt von Abt Andreas, in der er auch die treuen Dienste unseres Mitbruders als Pförtner und Beichtvater hervorhob, erneuerte P. Cyrill seine Gelübde, die er vor 50 Jahren im Jahr 1962 erstmals abgelegt hatte.
Im Anschluss an den Festgottesdienst empfing P. Cyrill an seinem täglichen Arbeitsplatz, der Klosterpforte, zahlreiche Gratulanten und nahm die Glückwünsche zu seinem großen Jubiläum enzgegen. Wir freuen uns mit unserem Mitbruder und wünschen ihm für die Zukunft Gottes reichen Segen!

31. Oktober 2012

Vierter Segnungsgottesdienst in Marienstatt

Zwei gottesdienstliche Anlässe trafen sich an diesem Samstagabend in Marienstatt: An die Vorabendmesse zum Hochfest "Allerheiligen" schloss sich der mittlerweile vierte Segnungsgottesdienst an.

P. Martin, der dem Gottesdienst vorstand, begrüßte die vielen Menschen in der gut gefüllten Basilika, die "Allerheiligen" und nicht "Halloween" feiern wollten: "Heilige sind Menschen, die für andere zum Segen geworden sind und werden."
Den Impuls nahmen Solisten und Band des Marienstatter Gymnasiums, die den Gottesdienst in "Neuen Geistlichen Liedern", die sich mit den traditionellen Gemeindeliedern mischten, mitgestalteten, auf: "Segne uns, dass wir ein Segen sind" - so das Gebet des Schlusslieds, das zugleich überleitete in die Segnungsfeier.

Hierin übernahmen besonders auch "Laien" die wichtige Aufgaben: In der Messfeier hatte ein Mann ein beeindruckendes Zeugnis seines Lebens und Findens zum GLauben gegeben. Im zweiten Teil übernahmen Frauen und Männer die Aufgabe des Segnens.
Das Format des Segnungsgottesdienstes hat seinen Ursprung in der charismatischen Erneuerung und wird kombiniert mit der Aussetzung des Allerheiligsten und einer Lichtfeier. Mehrere Segnungsteams aus je zwei Laien - Frauen und Männer, die damit an anderem Ort schon seit Jahren Erfahrungen gemacht haben - standen im vorderen Teil der Kirche bereit, um Menschen im freien Gebet in ihren Anliegen den Segen zuzusprechen. Einige Marienstatter Mönche standen für Gespräch und Beichte bereit. Den ganzen Abend über begleiteten die Marienstatter Schüler und Lehrer fortwährend singend und spielend, auch ein Querflötenquartett gestaltete die Feier musikalisch mit.

Auch im kommenden Jahr soll es wieder einen Segnungsgottesdienst in Marienstatt geben.

27. Oktober 2012

Dekanatssingen anlässlich des Klosterjubiläums
in der Marienstatter Abteikirche

Aus Anlass des 800-jährigen Jubiläums fand das Dekanatssingen der Kirchenchöre in diesem Jahr in besonders großem Rahmen in der Marienstatter Abteikirche statt. 14 Kirchenchöre mit insgesamt 326 Sängerinnen und Sängern aus dem Dekanat Rennerod nahmen daran teil. Den Auftakt bildete ein festlicher Gottesdienst, den Pfarrer P. Guido Dupont zelebrierte und in dem die beiden "heimischen" Kirchenchöre - "Cäcilia" Marienstatt und der Kath. Kirchenchor Hachenburg - gemeinsam mit Orchester und Bläsern die musikalische Gestaltung übernahmen. Geleitet von Martin Wanner, der den Chor an diesem Tag zum letzten Mal dirigierte, und assistiert von Joachim Weller erklang Vincenz Gollers "Missa in honorem B. M. V. de Loreto".

Im anschließenden "Singen der Chöre" waren folgende zehn Chöre zu hören:
- Kirchenchor "Cäcilia" Langenhahn (Leitung: Wolfgang Malm)
- Frauchenchor Rothenbach (Leitung: Wolfgang Malm)
- Kirchenchor St. Martin, Rotenhain (Leitung: Joachim Menningen)
- Kirchenchor "Cäcilia" Rennerod (Leitung: Günter Pörtner)
- Gemischter Chor Waldmühlen (Leitung: Bernd Schmidt)
- Kirchenchor "Cäcilia" Mörlen (Leitung: Lieselene Schlaug-Pfeiffer)
- Kath. Kirchenchor Westerburg (Leitung: Andreas Hüth)
- Kirchenchöre St. Marien, Irmtraut,
und St. Kilian, Seck (Leitung: Axel Kunz)
- Frauchenchor Kölbingen (Leitung: Birgit Keil)

Die beiden Kirchenchöre "Cäcilia" Nistertal (Leitung: Stephan Hehl) und "Cäcilia" Westernohe (Leitung: Achim Reif) mussten leider krankheitsbedingt ihre Teilnahme kurzfristig absagen.

Das Dekanatssingen 2012 klang aus mit einem unterhaltsamen Treffen im Pfarrheim Marienstatt.

09. Oktober 2012

Heute vor 50 Jahren:
Mönche gedenken des 750. Gründungstages von Marienstatt

Am „Rosenkranzfest“ 1962 trafen sich die Zisterziensermönche von Marienstatt an der historischen Stätte ihrer ersten Klostergründung, am "Altenklosterhof" an der kleinen Nister bei Mörlen, um dort in einer Feierstunde der 750-jährigen Gründung des Klosters im Jahre 1212 zu gedenken. Ein kleines Kapellchen, 1950 errichtet, erinnert mit einem Abbild des Marienstatter Gnadenbildes bis heute an das historische Ereignis.

27. September 2012

Wallraff und Blüm fordern mehr Anstand und Moral -
Ungleiches Duo sorgt für anregenden Abend in Marienstatt

Entscheidet sich die Zukunft Deutschlands in der Diskussion um das Betreuungsgeld? Zumindest offenbart sich in dieser derzeit hitzig geführten Debatte ein „fundamentaler Unterschied“ zwischen den ansonsten guten Freunden Norbert Blüm und Günter Wallraff. Bei diesem Thema kochen bei den beiden auch schon mal die Emotionen hoch, wie die vielen Zuschauer jetzt bei einer unterhaltsamen Lesung in der voll besetzten Annakapelle in Marienstatt erfahren durften.
Seit Jahrzehnten kämpft das ungleiche Duo Blüm und Wallraff – wenn auch auf verschiedenen Feldern und mit verschiedenen Methoden – gegen soziale Missstände in unserer Gesellschaft. Um die aus den Fugen geratene Welt wieder ins Lot zu bringen, bedarf es, so die Einschätzung des Politikers und des Journalisten, einer Rückbesinnung auf Ethik und Moral. Doch während Wallraff dafür plädiert, Kinder möglichst früh gemeinsam spielen und lernen zu lassen, um Unterschiede in den Herkunftsfamilien auszugleichen und um somit ein weiteres Auseinanderdriften von Arm und Reich zu verhindern, ist Blüm der Meinung, dass der Nachwuchs in den ersten Lebensjahren am besten von den Eltern betreut und gefördert wird. Die aktuelle Entwicklung im Bildungsbereich sieht er daher sehr kritisch: „Manchen wäre es doch am liebsten, wenn die Kinder sofort nach der Geburt in eine staatliche Einrichtung gegeben würden. Das ist für mich eine Enteignung der Kindheit“, fand Blüm deutliche Worte – für die er lautstarken Zwischenapplaus erntete.
Appellativen Charakter hatten aber auch die weiteren Ausführungen des als Vertreter der christlichen Soziallehre bekannten früheren Bundesarbeitsministers. Sein neuestes Buch „Ehrliche Arbeit“, aus dem er in Marienstatt zitierte, prangert die Arroganz des Geldes und die Verachtung der Arbeit an. „Geld hat sich vom Tauschmittel zu einem Reichtumsautomat gewandelt. Mit Geld kann man heutzutage mehr Geld verdienen als mit Arbeit“, so Blüms Vorwurf. Er ist davon überzeugt, dass dieses wirtschaftliche Gebaren, in dem es insbesondere an den Börsen nur noch um heiße Luft und nicht mehr um reale Werte gehe, nicht mehr lange funktioniert.
Das langjährige Mitglied des Bundestages erinnerte in diesem Zusammenhang an das Ende des Römischen Reiches, das nicht durch einen Angriff von außen, sondern durch eine Übersättigung und durch Maßlosigkeit von innen vernichtet worden sei.
Welche Auswirkungen die von Blüm beschriebenen Entwicklungen beispielsweise auf den Arbeitsmarkt haben, machte sein Freund anhand von schockierenden Filmausschnitten deutlich. Für die Dokumentation „Günter Wallraff deckt auf“, die vor einiger Zeit bei RTL ausgestrahlt wurde, hat der Enthüllungsjournalist undercover in der Paketdienstbranche recherchiert und dabei erschreckende Zustände aufgedeckt. Auslieferungsfahrer, die regelmäßig 14 Stunden am Tag ohne Pause malochen – und das alles für einen Stundenlohn von etwa 3 Euro – stehen im krassen Widerspruch zu den Konzernoberen, die sich mithilfe von Tricks und vor allem auf Kosten ihrer Angestellten die Taschen und Bankkonten füllen. Wallraff spricht in diesem Zusammenhang von einer gefährlichen Gottwerdung des Geldes. Die Schere zwischen Reichtum und Armut, zwischen gebildet und nicht gebildet habe in der deutschen Gesellschaft zu einem regelrechten Kastensystem geführt.
So wie sein Film inzwischen offenbar zu einem Umdenken in der Paketbranche geführt habe, so sei eine Verbesserung auch in anderen Lebensbereichen möglich. Zustimmung von Blüm, der trotz aller negativen Beobachtungen nach Eigenaussage ein Optimist geblieben ist: „Jeder kann in seinem Umfeld anfangen, Dinge zu ändern. Vor allem müssen wir weg von der Schnäppchenmentalität“, so seine Forderung. Ähnlich Wallraff: „Wenn jeder in seinem kleinen Bereich über seinen Schatten springt, kann man in einer Demokratie etwas erreichen.“ Und so demonstrierte das ungleiche Duo, das sich gegenseitig großen Respekt entgegenbringt, am Ende doch wieder Einigkeit.

16. September 2012

Unterm Krummstab -
Gelungene Aufführungen des Freilichtspiels
über die Gründung der Zisterzienserabtei Marienstatt

Anlässlich des 800-jährigen Bestehens der Abtei Marienstatt ist am Wochenende im Tal der Nister ein besonderes Theaterstück auf die Bühne gebracht worden: 34 Laien spielten in zwei Aufführungen von „Unterm Krummstab“, einem Stück von Pfarrer und Heimatdichter Wilhelm Reuter (1888-1948), mit, das die Entstehungsgeschichte des Klosters in drei Akten darstellt. Mehr als 900 Zuschauer erfreuten sich bei spätsommerlichem Wetter an der dritten Auflage des engagierten Laienschauspiels, das am historischen Ort der Uraufführung von 1947 (und auch der zweiten Aufführung 1988) im Abteihof vor der malerischen Kulisse des Felshangs auf einer Freilichtbühne gespielt wurde. Unter den Gästen waren sogar drei Schauspieler, die 1947 bei der Uraufführung mitgewirkt hatten.
Eingerahmt wurde das Stück von einem Pro- und einem Epilog des Zeitgottes Chronos (gespielt von Rudolf Grabowski), der auf das Jahr 1212 zurückblickte.
Der erste Akt beschäftigte sich mit den Begleitumständen zur Zeit der Klostergründung und beleuchtete das Leben der Adligen und der Zisterziensermönche – zu dieser Zeit noch im Kloster Heisterbach –, aber auch das der ärmeren Bauern. Die Entstehung des Klosters hatten die Mönche Alleide von Mohlsberg (Dagmar Wagner) zu verdanken, die ihr Land, den sogenannten Alten Klosterhof, dem Kloster Heisterbach unter der Bedingung, dort ein neues Kloster mit dem Namen Marienstatt zu gründen, vererbte.

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Im zweiten Akt wurde dann aber die schwierige wirtschaftliche Situation deutlich, unter der die Mönche unter der Führung von Abt Hermann (Herbert Krieger) und Prior Konrad (Clemens Wagner) zu leiden hatten. Ebenfalls unter der Krise zu leiden hatte die bäuerliche Familie des Mähhannes‘ (Hans-Otto Seinsche), die mit ihren schlagfertigen Kommentaren auf Platt die Zuschauer immer wieder zum Lachen brachte.
Der Umzug zum heutigen Standort des Klosters erfolgte im dritten Akt. Mitten im Winter hatte ein Mönch im Tal der Nister einen blühenden Dornbusch entdeckt, was für die Brüder ein Wunder und somit ein Zeichen Gottes war, an diesen Ort umzusiedeln. Diese Entscheidung führte zunächst zu einem Streit zwischen den beiden Erzbischöfen von Köln (Arnold Benner) und von Trier (Heinz Leyendecker), die Marienstatt beide in ihrem Bistum haben wollten, der aber schnell geschlichtet werden konnte. Zum Abschluss sangen alle Schauspieler zusammen mit den Zuschauern das „Salve Regina“.Die Schauspieler überzeugten nach einem halben Jahr Probenzeit sowohl am Samstag- als auch am Sonntagnachmittag im Freilufttheater vor den zahlreichen Zuschauern, die aus der Umgebung, aber auch aus weiterer Entfernung gekommen waren. Die Darsteller boten eine tolle schauspielerische Leistung und zeigten ernste, aber auch witzige Szenen. Und nicht nur Laien, sondern auch drei "echte Mönche" des heutigen Klosters waren auf der Bühne zu sehen. Die Zuschauer dankten den Darstellern nach mehr als zwei unterhaltsamen Stunden mit einem lang anhaltenden Applaus und Ovationen.

Weitere Bilder von den Aufführungen finden sich unter der Rubrik Galerie.

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16. September 2012

Zisterzienser-Formen in Wortelkamps Kunst

Die fünfte Auflage der Ausstellungsreihe „dort und hier“ des Hasselbacher Künstlers Erwin Wortelkamp wurde in zwei Veranstaltungen an für ihn markanten Orten eröffnet. Am Samstag trafen sich die Gäste nach der Begrüßung im Haus für die Kunst in Hasselbach im Depositum in Weyerbusch. Am Sonntag versammelten sich mehr als 100 Gäste in der Annkapelle in Marienstatt.
Die zu sehenden Werkbeispiele setzen sich in seiner Handschrift mit grundlegenden Strukturen der Architekturen auseinander, aber auch mit der Kraft des Meditativen im Leben eines Mönches. Die Ausstellungen wurden in Kooperation mit Professor Michael Luig konzipiert, um erneut Musik und bildende Kunst in den besonderen Architekturen zusammenzuführen.

Dr. Annegret Laabs, Direktorin des Kunstmuseums Kloster „Unser lieben Frauen“ in Magdeburg, die über die Zisterzienser-Architektur promovierte, spannte in ihrer Eröffnungsrede den Bogen zu den Arbeiten von Erwin Wortelkamp.
Zur Zisterzienserabtei Marienstatt, hat Wortelkamp eine seiner wohl nachhaltigsten Beziehungen. Dort ist er in den 1950er-Jahren zur Schule gegangen, hat das Zeichnen begonnen und später über die Architektur der Klosterkirche seine Examensarbeit geschrieben. Seit den späten 1970er-Jahren finden sich in seinem Schaffen immer wieder Themen und Referenzen, die auf die zisterziensischen Formen zurückgreifen. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis hat sich indes gewandelt: Im Jahr 2012 begegnen sich Abt Andreas Range und der Bildhauer Wortelkamp ebenso auf Augenhöhe wie Wortelkamps Skulpturen und die so unterschiedlich aufgeladenen Orte der Abtei.
Die "Doppel-Vernissage" war eingebettet in die Klänge der „tal tönen“-Reihe: In Hasselbach bachte Eva Zöllner (Akkordeon) Werke von Matthias Pitscher und John Cage sowie Improvisationen über die ausgestellten Werke zu Gehör. In Marienstatt spielte Pater Jakob Schwinde (Querflöte) Stücke von Johann Sebastian Bach und Improvisationen über die ausgestellten Werke. Nach einem Gespräch vor Ort führten Annegret Laabs und Erwin Wortelkamp die Besucher zu den Orten der Skulpturen. Im Anschluss präsentierte Franz Stanzl einige Eigenkompositionen auf der Orgel, abschließend fand ein Empfang im Abtsflügel statt.

Zur Ausstellungs- und Publikationsreihe „hier und dort V“ ist der Buchband „Das unübersetzbare Maß. Distanzen aus den Jahren 1978 bis 2012“ erschienen. Er enthält Textbeiträge von Annegret Laabs, Hanns-Josef Ortheil, Abt Andreas Range und Erwin Wortelkamp.

Zu sehen sind die Ausstellungen bis zum 26. Januar 2013.
Weitere Informationen gibt es unter www.im-tal.de.

08. September 2012

Tag der ehemaligen Marienstatter Höfe beleuchtete
die bewegte Wirtschaftsgeschichte der Abtei

Die Marienstatter Mönche leben in einer langen Tradition, die sie sich selbst und allen, die in geschichtlicher Verbindung zur Abtei Marienstatt stehen, im Jubiläumsjahr bewusst machen möchten. Mit diesem Anliegen veranstaltete das Kloster einen „Tag der ehemaligen Marienstatter Höfe“. Mehr als 500 Gäste nutzten an diesem Tag die Möglichkeit, das Kloster kennenzulernen und einen Rückblick auf die lange Geschichte der Abtei Marienstatt zu nehmen – besonders mit Blick auf die weit verstreuten ehemaligen Besitzungen. "Höfe-Experte" Jörg Ditscheid referierte zur Bedeutung der insgesamt mehr als 300 Besitzungen, die Marienstatt im Laufe seiner Geschichte gehabt hatte. Von seiner Gründung im Jahre 1212 bis zur Aufhebung 1802 war das Kloster auch ein Wirtschaftsunternehmen mit weitreichendem Einfluss. In 60 Orten des heutigen Westerwaldkreises und an Rhein und Lahn wurden Höfe und Weingüter bewirtschaftet.

Die Besitzungen des Klosters Marienstatt erstreckten sich früher insbesondere rund um die Abtei in den heutigen Kreisen Westerwald und Altenkirchen, im Limburger Raum des Kreises Limburg-Weilburg, um die zwischen Linz und Koblenz gelegenen Rheinorte der Kreise Ahrweiler, Neuwied und Mayen-Koblenz sowie im Maifeld. Hinzu kamen der stattliche Besitz an Mosel und Rhein im heutigen Stadtgebiet von Koblenz, Besitzungen an der Ahr, das 1320 erstmals urkundlich erwähnte Stadthaus in Köln und ab 1777 die zur Propstei Bottenbroich gehörigen Güter und Ländereien im Erftkreis.
In fast allen Westerwälder Dörfern im Umkreis von gut zehn Kilometern um das Kloster war Marienstatt natürlich besonders begütert. Am bedeutsamsten war der Gründungsbesitz rund um Kirburg, der Altenklosterhof bei Mörlen sowie der Hof Hohensayn bei Lautzenbrücken und später die Höfe im Gebiet der heutigen Gemeinde Streithausen, zu der auch Marienstatt selbst gehört. Insgesamt gehörten Höfe, Ländereien und Einnahmen in mehr als 60 Ortschaften im heutigen Westerwaldkreis zum Eigentum der Abtei.

Eberhard von Aremberg (1200– 1218) und dessen Frau Aleydis von Molsberg hatten dem Kloster bei der Gründung ihren Eigenbesitz in Kirburg mit unbebauten Ländereien, Wiesen, Äckern, Wäldern, Wasserläufen, Fischweihern, Mühlen, Zehnten, dem Patronatsrecht in Bezug auf die Einsetzung des Pfarrers in Kirburg und Leibeigene vermacht. Außerdem ihren Eigenbesitz in Hirschberg (Rhein-Lahn-Kreis), Weinberge in Breisig (Kreis Ahrweiler) mit Lehnsleuten, Güter in Metternich (Stadt Koblenz), die Besitzungen und Rechte im Bann von Kelberg (Kreis Mayen-Koblenz) und Weinberge in Eller an der Mosel.
Der größte Teil der Stiftung lag im Kirchspiel Kirburg, also in unmittelbarer Nähe des Klosters, gut zehn Kilometer von seiner heutigen Lage entfernt. Auffallend sind die großen Entfernungen zu den Gütern in der Eifel und an der Mosel (Kelberg und Eller, etwa 90 Kilometer Luftlinie mit einer Wegstrecke von gut 120 Kilometern), welche mehr als eine Tagesreise betrugen. Bezeichnenderweise lassen sich diese Besitzungen auch nur bis 1220 nachweisen.
Anlässlich der Verlegung des Klosters an seinen heutigen Standort im Jahr 1222 ins Nistertal überschrieben Graf Heinrich III. von Sayn (1202–1246) und seine Gattin Mechthild von Landsberg (1215–1291) Marienstatt ihre Besitzung Nister und vom Erbgut in Metternich sechs Fuder Wein bis zur Übergabe eines Weingartens. Betrachtet man die Entwicklung des Besitzes, so fällt auf, dass mehr als die Hälfte der Erwerbungen aus Schenkungen bestand und ein Drittel aus Käufen. Zudem tauschte das Kloster entfernt liegende Güter oder pachtete Nachbarstücke.

Bis etwa 1350 war der Grundstock für den weit gestreuten Besitz gelegt, der bis zur Aufhebung des Klosters in dessen Besitz blieb. Hinzu kommt, dass der Gesamtbesitz des Klosters an vielen Orten fast ausschließlich während dieses Zeitraums erworben wurde. Vielfach lässt sich beim Erwerb der Güter das Schema „Schenkung–Kauf – Tausch“ feststellen.
Insgesamt lassen sich vier Besitzschwerpunkte ausmachen: der (unmittelbare) Einzugsbereich des Klosters im Westerwald, das Gebiet an Ahr und Rhein (Dernau, Esch, Sinzig, Breisig), die Stadt Koblenz mit ihren heutigen Stadtteilen und das Maifeld, das Gebiet der heutigen Gemeinden Elbtal und Dornburg (Hessen), welches sich in späterer Zeit bis nach Limburg erstreckte. Hinzu kommt der reichhaltige Besitz in der Stadt Andernach sowie in Arienheller.
Wurde der Stiftungsbesitz durch Schenkungen und Käufe erweitert und arrondiert, brachte der Konfessionswechsel der Grafen von Sayn im 16. Jahrhundert für die Abtei neben religiösen auch wirtschaftliche Folgen, da sie oft nicht mehr frei über ihr Eigentum verfügen konnte. Aus diesem Grund betrieb Abt Benedikt Bach (1688–1720) eine Wirtschaftspolitik, bei der das Kloster seine in protestantischen Gebieten gelegenen Güter verpachtete oder veräußerte, um die Gewinne in katholischen Gebieten anzulegen. Besonders der am Rhein im ehemals kurtrierischen Gebiet gelegene Besitz wurden an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert stark vergrößert; hinzu kamen Neuerwerbungen wie der Hof in Leubsdorf.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Grundlagen für die im ausgehenden 18. Jahrhundert zur Verwaltung des weitläufigen Besitzes vorhandenen Kellereien Marienstatt, Arienheller, Dorchheim und Metternich bereits Mitte des 14. Jahrhundert bestanden. Erfolgte der erste Besitzerwerb bereits um das Jahr 1228 mit dem Kauf von zwei bei Sinzig gelegenen Weinbergen, ist die erste Verpachtung erst 1258 urkundlich nachweisbar. Die ersten Verpachtungen bestanden meist aus Häusern in Andernach und Koblenz sowie kleineren Gütern an Orten, in denen die Abtei sonst nicht begütert war.
Mönche verwalteten zentral
Einige Höfe des Klosters wurden in der Anfangszeit von den Mönchen selbst bewirtschaftet. Da jedoch die Anzahl der Laienbrüder (Konversen) in Marienstatt insgesamt nicht so hoch wie in den älteren Klöstern des Ordens war, lässt sich diese Eigenbewirtschaftung nur in Verbindung mit Lohnarbeitern sinnvoll konstruieren. Den Konversen oder Mönchen kam dann die Aufgabe zu, die bestehenden Güter von zentralen Orten aus zu verwalten. Unterstützt wird diese Annahme zudem durch das Vorhandensein von Hofhäusern mit Kapellen in Andernach (1327), Breisig, Dorchheim (1272), Metternich und Arienheller (1490) sowie die Erwähnung von Hofmeistern in den überlieferten Quellen für Andernach, Dorchheim, Koblenz, Metternich und Sinzig.

Mit der Besetzung des linken Rheinufers durch Franzosen im Jahr 1794 veränderten sich die bestehenden Herrschaftsverhältnisse. Wenn das Kloster auch nach Ende des ersten Koalitionskrieges (1792-1797) teilweise wieder freier über seine linksrheinischen Güter verfügen konnte, blieb das linke Rheinufer dennoch im Besitz Frankreichs.
Infolge der Aufhebung der Abtei 1802 durch den Fürsten von Nassau-Weilburg mussten die Mönche Marienstatt verlassen. Der umfangreiche Besitz wurde dem Fürstenhaus einverleibt. Zwar blieben für die Hofpächter zunächst die Pachtverträge erhalten. Doch nach und nach wurden die Höfe zerschlagen und an den Meistbietenden versteigert. Die Hofpächter, welche die Höfe oft über Generationen hinweg in Besitz hatten, verloren ihre Existenzgrundlage. „Unterm Krummstab“ war halt doch gut leben!

29. August 2012

Mehr als 800 Zuhörer bei Autorenlesung von P. Anselm Grün

Benediktinerpater Anselm Grün zieht nach wie vor mit seinen Büchern und Vorträgen die Menschen in seinen Bann – auch im Westerwald. Das wurde einmal mehr im Jubiläumsjahr im Kloster Marienstatt deutlich, wo der Cellerar der Abtei Münsterschwarzach über „Heilende Rituale“ sprach: Mehr als 800, mehrheitlich weibliche Zuhörer, hörten ihm mehr als eine Stunde lang mucksmäuschenstill und mit höchster Aufmerksamkeit zu.
Zuvor hatte der Prior von Marienstatt, Pater Martin, den einem Millionenpublikum bekannten Gast begrüßt und kurz vorgestellt. Er freue sich, dass der berühmte Benediktinermensch nun schon zum vierten Mal im Tal der Nister zu Gast sei. Begleitend zum Vortrag bot die Klosterbuchhandlung auf gleich mehreren Tischen die vielfältigen Werke Grüns an.
Gleich zu Beginn seines Vortrags warnte Pater Anselm vor dem Missbrauch von Ritualen durch verschiedene Religionen, aber auch totalitäre Systeme: „Rituale dürfen keine Angst machen, sondern sollen die Angst nehmen.“ Diesen positiven Aspekt könne man besonders gut bei Sportlern und Kindern beobachten. Dazu komme die Funktion des Energiespenders und das Sinn stiftende der verschiedenen Riten.
„Das Ritual öffnet den Himmel über meinem Leben. Ich vergewissere mir damit, dass mein Leben gelingt“, machte Grün am Beispiel der Himmelsleiter des Jakob in der Bibel deutlich. „Das Ritual bietet mir einen geschützten Bereich für mich selbst, einen heiligen Ort und eine heilige Zeit.“
Gerade in unserer rastlosen Zeit können Rituale hilfreich und heilsam sein, machte der gefragte Buchautor deutlich. „Ein Leben ohne Pausen zum Beispiel tut uns nicht gut“, ist sich der Pater sicher. Ab und zu ein Innehalten machten das Leben wertvoller und im Endeffekt auch einfacher.
Gerade in altbekannten Ritualen gelte es, ihren Sinn wieder zu entdecken. Das könne vom Tischgebet bis zur Eucharistiefeier oder der Krankensalbung reichen.
Der Referent warte seine Zuhörer aber auch davor, jetzt auf einen Schlag (wieder) alle möglichen Rituale einzuführen. „Nutzen Sie die Kraft einiger weniger, einfacher Rituale für ihr Leben. Das könne genauso gut in der Familie, in der Schule, im Berufsleben oder im Glauben sein.

Und Pater Anselm wäre nicht Pater Anselm, wenn er nicht nach dem gewaltigen Applaus für seinen Vortrag den selbigen nicht mit einem Tagesabschluss- und Segensritus beschließen würde, in den er alle Anwesenden mit einbezog. Anschließend durfte der Pater noch zu einem weiteren Ritual seiner Vorträge übergehen: dem Signieren großer Mengen seiner Bücher. Auch viele Hände galt es zu schütteln oder für ein Foto zur Verfügung zu stehen. Und ganz im Sinne seiner Marienstatter Ordenskollegen vergaß er den Hinweis auf das „Klosterstüble“ nicht.

25. August 2012

Siebter Ausflug des Geistlichen Freundeskreises

Eine insgesamt 73 Personen starke Gruppe - 65 Freunde der Abtei und acht Brüder - hat miteinander den siebten Ausflug des Geistlichen Freundeskreises unternommen. Er führte die Gruppe an den Niederrhein zunächst nach Kalkar, dann an den Marienwallfahrtsort Kevelaer und abschließend zum ehemaligen Zisterzienserkloster Kamp.

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Ein ausführlicherer Bericht und Bilder finden sich unter der Rubrik Freundeskreis.
Bilder vom Ausflugstag finden sich unter der Rubrik Galerie.

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22. August 2012

Ausstellungseröffnung ANDERS! KLOSTER. in Marienstatt

Wie leben Mönche und Nonnen? Was unterscheidet das Leben im Kloster vom Leben außerhalb, und gibt es Gemeinsamkeiten? Finden Nicht-Ordensleute in der Begegnung mit dem klösterlichen Leben Antworten auf persönliche Fragen? Um dies und vieles mehr geht es in einer neuen Wanderausstellung für Schüler, die gestern in der Annakapelle in Marienstatt eröffnet wurde und die in den nächsten Monaten durch Rheinland-Pfalz ziehen wird.
Träger der interaktiven Ausstellung „Anders!Kloster.“ ist das Bistum Limburg, das diese Schau vor dem Hintergrund des 800. Geburtstags Marienstatts ins Leben gerufen hat. Klöster gelten als deutlich widerstandsfähiger als andere Bereiche der Kirche. Vielleicht rührt daher auch die ungebrochene Faszination der Menschen außerhalb der Klostermauern für das Leben darin, vermutet Initiator Martin Ramb. Mit der Ausstellung sollen Brücken zwischen dem klösterlich anderen und jugendlichem Alltag geschlagen werden.
Dabei verzichten die Macher weitgehend auf konventionelle Ausstellungselemente wie Infotafeln und Texte. Es wird kein Faktenwissen transportiert, sondern die jungen Besucher sollen den Rhythmus und die Atmosphäre des Klosters erspüren. Daher lädt schon die Eingangsschleuse dazu ein, sich dem Treiben der Welt zu entziehen. Dahinter gelangen die Gäste in einen Bereich mit drei Räumen – genannt Andersort, Anderszeit und Andersleben –, die auf multimedialem Wege Einblicke in ein Kloster gewähren. So sind beispielsweise Interviews zu hören, in denen Marienstatts Abt Andreas Range zum Thema Gehorsam spricht und Pater Jakob Schwinde über Musik die Liebe zu Gott erklärt. Auf verschiedenen Monitoren entlang einer Zeitleiste werden im nächsten Raum Bilder vom Tagesablauf der Patres gezeigt. Im dritten Teilbereich ist ein meditativer Film über das Kloster Eberbach zu sehen.

„Die Ausstellung bietet Anlass dazu, mit dem jeweils anderen Leben ins Gespräch zu kommen“, erläutert Jörg Seiler (Leiter des Amts für katholische Religionspädagogik in Frankfurt). „Im Austausch sollen die Jugendlichen Verständnis für klösterliches Leben entwickeln“, so Seiler. Für die dezente und dennoch pointierte Ausstellungsgestaltung in den typischen Zisterzienserfarben schwarz und weiß zeichnete unter anderem Anja Schwarz-Düser verantwortlich. „Die Umsetzung lässt dem Betrachter Raum, aber er muss sich auch Zeit nehmen, um eintauchen zu können“, erklärte sie. Die Ausstellung für Schüler ist Teil des Kultursommerprogramms 2012 „Gott und die Welt“.

Auf der Homepage des Gymnasiums finden Sie Bilder und eine Fotogalerie über die Ausstellungseröffnung.

Weitere Informationen und eine interaktive Seite zur Ausstellung gibt es unter www.anderskloster.de.

21. August 2012

"Klosterspaziergang" eingeweiht

Ein neuer Klosterspaziergang bringt sowohl Einheimischen als auch Touristen die Kultur- und Naturgeschichte rund um die Abtei Marienstatt näher. Abt Andreas Range, VG-Bürgermeister Peter Klöckner, die für Tourismus zuständige Beigeordnete Gabriele Greis, Armin Teutsch von der Bauverwaltung, Heimatkundler Dieter Trautmann und Geograf Markus Kunz haben den etwa 1,8 Kilometer langen Rundweg gestern eingeweiht.
Zweieinhalb Jahre haben die Vorbereitungen zur Ausweisung des Parcours gedauert. Dies war notwendig, da es sich bei dem „Klosterspaziergang“ um ein Projekt handelt, das sowohl in einem denkmalgeschützten Bereich als auch in einem naturschutzfachlich hochwertigen, geschützten Planungsraum liegt. Jetzt aber stehen die acht hochwertigen Infotafeln, die anschaulich in Wort und Bild Aufschluss über die Besonderheiten und die überregionale Bedeutung des Ortes geben. Die große Starttafel ist unmittelbar vorm Pfortenhaus der Abtei (am Gehweg vorbei an der Obstwiese) platziert. Die übrigen sieben Tafeln finden die Spaziergänger verteilt auf der Strecke vorbei am Felsenstübchen.
Laut Bürgermeister Klöckner ist der Weg für Klosterbesucher, Wanderer und Menschen aus der Region gleichermaßen lohnenswert. Dass gerade diese Route aus der Vielzahl der Wanderwege rund um Marienstatt für die neue Beschilderung ausgewählt wurde, hängt nach Auskunft von Abt Andreas mit der Kürze der Strecke zusammen. Der Spazierweg ist zudem so beschaffen, dass ihn auch Menschen meistern können, die nicht mehr ganz so gut zu Fuß sind. „Die Barrierefreiheit war ein wichtiges Entscheidungskriterium“, betont auch die Beigeordnete Greis, für die die Route eine Ergänzung zu den bestehenden Sehenswürdigkeiten im Tal der Nister ist. Für den Inhalt der Tafeln zeichnen insbesondere die beiden Ortskenner Trautmann und Kunz verantwortlich, die hierzu zahlreiche Infos beisteuerten. Abt Andreas dankte allen Beteiligten für ihr kompetentes Engagement.
Ursprünglich in das Projekt „Klosterspaziergang“ integriert, dann aber aus Kostengründen zunächst hintangestellt haben Abtei und Verbandsgemeinde den Bau eines Stegs über die Nister. Das geplante Brückenbauwerk mit einer Spannweite von 17 Metern, das den Fluss etwa auf Höhe der Obstwiese überqueren soll, hätte das Budget nach jetzigem Stand deutlich gesprengt. Damit sind die Pläne für den Steg aber nicht aufgehoben. Vielmehr sollen sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder Verwendung finden (zum Beispiel, wenn die dringend erforderliche Sanierung der alten Nisterbrücke ansteht). Die jetzige Führung des Themenweges Klosterspaziergang lässt die Option der Stegerrichtung an der geplanten Stelle weiterhin zu, heißt es in einem Sachbericht.

20. August 2012

Bernhardstag mit den Mitarbeitern gefeiert

Im Jubiläumsjahr hat unsere Gemeinschaft den Bernhardstag als Festtag mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begangen. Weit mehr als 100 Menschen, die in Marientatt in Schule, Hauswirtschaft, Buch- und Kunsthandlung, Brauhaus oder als Handwerker ihre Arbeitsstelle haben, feierten zunächst das Pontifikalamt mit, anschließend trafen sich Mönche und Gäste im Klostergarten zum Grillen und zu angeregten Gesprächen "außerhalb der Arbeit".

19. August 2012

Auf der Diözesanwallfahrt nach Marienstatt
"dem Himmel ein Stück näher"

Trotz glühender Hitze haben sich am Sonntag mehr als 1000 Pilger aus dem Bistum Limburg – teils schon am frühen Morgen – auf den Weg nach Marienstatt gemacht. Anlass war die Diözesanwallfahrt, die in diesem Jahr auch vom Jubiläum der Abtei im Tal der Nister geprägt war. Ob zu Fuß von Hachenburg oder schon aus Herschbach, mit dem Rad, im Bus, mit dem Zug oder im Auto: Auf vielfältige Weise steuerten die Gläubigen das Zisterzienserkloster an, das vor genau 800 Jahren gegründet wurde. Das Pontifikalamt in der voll besetzten Basilika wurde von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst gefeiert – unterstützt von einigen Mitzelebranten. Für den Bischof war die große Beteiligung der Gläubigen an diesem Tag ein „starkes Bild von Kirche“. Tebartz-van Elst sagte, der Wallfahrtsort Marienstatt sei ein Leuchtturm des Glaubens und ein Ort der inneren Wandlung. Hier komme man dem Himmel ein Stück näher.
Nach dem Mittagessen bestand die Möglichkeit, den Kreuzweg zu beten oder am offenen Singen in der Abteikirche teilzunehmen. Mit der Pontifikalvesper schloss der Diözesane Wallfahrtstag 2012 ab.

15. August 2012

Bischof Clemens Pickel aus Russland zu Gast in Marienstatt

Am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel durfte Marienstatt in seinem 800-jährigen Jubiläumsjahr einen ganz besonderen Gast begrüßen: Bischof Clemens Pickel aus Saratow aus Russland.
Nachdem er zuvor vormittags ein feierliches Pontifikalamt mit vielen Gläubigen und Vertreterinnen und Vertretern der Ordensgemeinschaft aus dem ganzen Bistum Limburg gefeiert hatte, informierte er in einem Vortrag am Nachmittag vor vielen Gästen und Schülerinnen und Schülern der MSS 12 und 13 über seine Diözese und seine dortige Arbeit.
„Ich freue mich ein solch weites Spektrum von vielen Ordensleuten bis hin zu den vielen Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums hier zu sehen“, begann er seinen Vortrag.
Bischof Clemens Pickel erzählte von seiner Arbeit in Russland aber und seinem Weg als Gläubiger zu DDR-Zeiten bis hin zum Bischof eines der vier Bistümer Russlands. So etwa, wie er als Jugendlicher in der Slowakei mit befreundeten Christen wandern war. Diese hätten ihn in Form eines Liedes immer wieder die Frage gestellt: „Liebst Du Jesus?“. Damals hätte er nicht so recht auf diese Frage antworten wollen. Hier in Marienstatt sei ihm diese Frage nochmals auf ganz prägnante Weise begegnet, als er die Fahnen zum 800-jährigen Jubiläum von Marienstatt sah: „Aus Liebe zu Christus“. Dieses Motto, so der Bischof, hätten sich die Mönche von Marienstatt sprichwörtlich auf die Fahne geschrieben. Ein Motto, dass auch ihn selbst erfülle und sein Leben begleite.
Als Student sei er erstmals nach Russland gekommen und habe dort Menschen getroffen, die Christus wirklich liebten. Gleichzeitig habe er auch erfahren, dass diese Menschen stets nach Gott suchten und so habe er sich entschlossen, diesen Menschen etwas zu geben: „Aber die Menschen geben mir mehr als ich ihnen geben kann“, so Bischof Clemens. Aus diesem Grund sei er vor 22 Jahren als Priester nach Russland zurück gekehrt.
„Das Land hat sehr stark unter dem Kommunismus gelitten“, führte der Bischof aus und sprach von vielen Schicksalen, die ihm bei seiner Arbeit in Russland begegneten und auch heute noch begegnen. „Viele Menschen haben trotz Lebensgefahr ihren Glauben und ihr Liebe zu Christus bekannt“, erzählte Bischof Clemens. Durch den Kommunismus sei der ganze religiöse Wortschatz bei den Gläubigen verloren gegangen und viele wüssten gar nicht mehr, was es bedeutet, katholisch zu sein.
Das Bistum von Bischof Clemens Pickel ist vier Mal so groß wie Deutschland und die 20000 Katholiken machen dort gerade einmal 0,008% der Bevölkerung aus. „Oftmals ist es so, dass sich die Pfarrgemeinden gar nicht gegenseitig kennen, da sie so weit auseinander liegen“, berichtete der Bischof. Einen großen Anteil der Arbeit in seiner Diözese macht den Umgang mit dem enormen Alkoholproblem aus, das viele Menschen dort haben.
Auch versucht Bischof Clemens mit der orthodoxen Kirche ins Gespräch zu kommen und zu kooperieren. „Die Kirche ist bei uns in allen Belangen nach dem Kommunismus in einem inneren Aufbau“, brachte der Bischof die Situation der Kirche in Russland auf den Punkt.
Glaube, Liebe, Hoffnung und eine ordentliche Portion Humor, das sind wohl die Charismen, die Bischof Clemens Pickel ausmachen und aus denen er die Kraft für seine Arbeit nimmt.

Auf der Homepage des Gymnasiums finden Sie Bilder und eine Fotogalerie zum Vortrag, den Bischof Clemens am Nachmittag vor gut 400 Gästen und Schülern in der Basilika gehalten hat.

12. August 2012

Geistliche Musik mit meditativer Wirkung -
Gregorianik trifft Olivier Messiaen

Am zentralen Feiertag des diesjährigen Jubiläums „800 Jahre Marienstatt“ ging es beim Konzert in der Abteikirche meditativ zu. „La Nativité du Seigneur“ (Die Geburt des Herren) ist ein Werk des französischen Komponisten und Organisten Olivier Messiaen. Die Choralschola der Zisterzienserabtei Marienstatt, Pater Jakob Schwinde (Leitung), Abt Andreas Range und Pater Benedikt Michels, sang gregorianische Gesänge in zisterziensischer Tradition, und Denny Philipp Wilke, Stadtorganist in Mühlhausen und Assistenzorganist am Merseburger Dom, lieferte eine beeindruckende Darbietung der neun Meditationen für die Orgel.
Auch vor 800 Jahren sangen die Mönche Marienstatts innerhalb der Mauern der altehrwürdigen Basilika die gregorianischen Gesänge. Beim aktuellen Konzert zeigten die drei Sänger den zahlreichen Zuhörern, darunter auch der Generalabt der Zisterzienser, Dom Mauro-Giuseppe Lepori aus Rom, insgesamt neun Responsorien. Beim Responsorium (deutsch: Antwortgesang) treten ein Vorsänger und die Sänger der Schola in eine Art Dialog. Messiaen antwortete auf die gregorianischen Gesänge mit seinen Orgelwerken, interpretierte und veranschaulichte sie mithilfe der schier unendlichen Klangmöglichkeiten, die das Instrument Orgel bietet.
„Mutet das nicht ein wenig befremdlich an, ,La Nativité' mitten im Sommer“, fragte Frater Gregor die Zuhörerschaft. Aber was gibt es feierlicheres, als die zentralen Bilder des Weihnachtsgeschehens? Eben das, die Menschwerdung Gottes, besängen die Mönche schließlich jeden Tag des Jahres im Magnificat, dem Lobgesang Mariens in der abendlichen Vesper, wusste Frater Gregor zu berichten.
Die drei Sänger der Choralschola eröffneten das Konzertprogramm mit dem Vesper- und Vigilhymnus zum Weihnachtsfest „Christe redemptor omnium“, dem sich das erste Responsorium anschloss. Denny Philipp Wilke interpretierte Messiaens Antwort darauf, „Les Mages“ (Die Weisen), mit einer unglaublichen Intensität, die die Zuhörer in ihren Bann zog. Gesang und Orgelspiel harmonierten perfekt und schufen gemeinsam eine regelrechte Decke aus Klängen, die sich sanft und doch bestimmend über das Publikum legte und den Alltag für die mehr als zwei Stunden, die das Konzert andauerte, außen vor ließ. Pater Jakob Schwinde beschrieb im Programm zum Konzert: „Die einstimmigen gregorianischen Gesänge und Messiaens Musik – sie sind wesensverwandt in ihren geistlichen Wurzeln. Beide strahlen eine große Ruhe aus, deren Wirkung sich allen ,Herz-Hörern' mitzuteilen vermag, die die Schallmauer der inneren Hektik durchbrechen und sich für Augenblicke auf eine heilende Zeitlosigkeit einlassen wollen.“ Treffender hätte man es nicht ausdrücken können.

12. August 2012

Geistliche und weltliche Würdenträger
gratulieren der Abtei zum 800. Geburtstag

Auf dem Höhepunkt in einem an hochkarätigen Veranstaltungen so reichen Jubiläumsjahr haben die Zisterziensermönche von Marienstatt mit einem Festwochenende an die Gründung ihrer Abtei vor 800 Jahren und die bewegte Zeit zwischen damals und heute erinnert.
Schon im Pontifikalamt zentralen geistlichen Festtag wurde deutlich, welche Wertschätzung Vertreter der Kirche und des öffentlichen Lebens sowie die gläubige Gemeinde der Abtei entgegenbringen. Beim feierlichen Einzug des Marienstatter Konvents in die lichtdurchflutete Basilika, dem sich unter anderem der oberste Zisterzienser, Generalabt Dom Mauro-Guiseppe Lepori aus Rom, zahlreiche befreundete Ordenschristen verschiedener Frauen- und Männerklöster (Zisterzienser und Benediktiner), der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der rumänische Bischof Cornelio als Vertreter der orthodoxen Kirche und weitere Geistliche anschlossen, war die spirituelle Kraft dieses besonderen Ortes, die Gläubige wie Nichtgläubige gleichermaßen erfasst, spürbar.
„Wir danken Gott für die Begleitung an diese Stätte Mariens“, sagte Abt Andreas Range zur Begrüßung. Damit rief er die Gründungszeit in Erinnerung, als sich eine Gruppe von Zisterziensern zunächst 1212 am Altenklosterhof nahe Kirburg ansiedelte, aufgrund widriger Umstände schon bald aber eine andere Stelle zur Errichtung eines Klosters suchte. Fündig wurden die Patres der Legende nach an dem Ort, an dem die Gottesmutter Maria im tiefsten Winter einen Weißdornstrauch blühen ließ.
Generalabt Dom Mauro-Giuseppe, Hauptzelebrant des Festgottesdienstes ermunterte in seiner eindrucksvollen Predigt dazu, im Vertrauen auf Gott auch schwierige, ernüchternde Zeiten durchzustehen. Schwächeerfahrungen bedeuteten nicht das Ende, sondern führten zur Wahrheit. Die 800 Jahre seit dieser Zeit seien ein langer Weg gewesen, auf dem es immer wieder Phasen der Mutlosigkeit und der Erschöpfung gegeben habe. „Das Leben an sich ist schon schwer genug. Die Berufung und Sendung Gottes zu leben, ist aber noch schwieriger.“ Angelehnt an die biblische Geschichte des Propheten Elias, der angesichts großer Ermattung genug vom Leben hat und Gott um den Tod bittet (einen Wunsch, den Gott aber nicht erfüllt, sondern Elias stattdessen gestärkt zur weiteren Sendung in die Welt hinausschickt), machte er allen Gläubigen Mut, sich auch in mühevollen und schwierigen Zeiten auf Gottes Unterstützung und Kraft zu verlassen – ungeachtet vielfacher Anfeindungen und Widerstände. Ohne die Ermunterung durch den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus breche die Menschheit mutlos zusammen.

Nahtlos schloss beim anschließenden Festakt in der Annakapelle die musikalische Darbietung des Querflötenensembles des Gymnasiums (Leitung: P. Jakob Schwinde) an: Mit dem Eingangssatz aus Bachs Kantate „Ich habe meine Zuversicht“ nahm es den Tenor der optimistischen und hoffnungsfrohen Predigt auf. Die anspruchsvolle musikalische Gestaltung des Festaktes setzte ein Querflötenquartett mit Stücken aus der Sammlung „Chats“ von Marc Berthomieu fort.
Alle Redner unterstrichen die große Spiritualität, die in Marienstatt spürbar sei. Hier werde der Glaube mit Leidenschaft gelebt, sagte etwa der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Die Abtei sei ein „Hochort des Glaubens“, an dem Menschen dem Himmel näherkämen. Wie in der Gründungslegende des Klosters (Legende vom Weißdornstrauch) beschrieben, wünschte der Bischof, dass von Marienstatt in winterlichen Zeiten auch weiterhin ein blühender Frühling ausgehe. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz sprach von einem „segensreichen Wirken“ der Marienstätter Mönche. Etwa bei den Themen Schulen, Kindergärten und sozialen Aufgaben gebe es stets enge Kontakte zwischen Staat und Kirche. Er selbst fühle sich dem Gottesbezug in der Landesverfassung verbunden, so Lewentz, der in Vertretung von Ministerpräsident Kurt Beck „sehr gern“ zum Jubiläum gekommen war.
Abt Benedikt Müntnich vom befreundeten Benediktinerkloster Maria Laach erklärte, ein runder Geburtstag wie der Marienstatts sei ein guter Anlass zum Feiern, da heutzutage viel zu wenig gefeiert werde. Dabei gebe es genügend Gründe: etwa die Dankbarkeit für das Gelingen menschlichen Lebens oder die Freude darüber, „dass die Kirche uns mit Jesus vertraut macht“.
In seiner etwas anderen Festrede stellte Privatdozent Horst Schneider von der Ludwig-Maximilians-Universität München – ein Kenner des Zisterzienserordens – humorvolle Kloster-Anekdoten aus der Zeit des Marienstatt-Gründers Abt Hermann vor. Über welches Erzähltalent gerade der Mönch Caesarius von Heisterbach im 13. Jahrhundert verfügte, stellte er mit der Vorstellung des Jahrhunderte alten Buches „Dialogus miracularum“ eindrucksvoll und unterhaltsam unter Beweis und erntete dafür manches Schmunzeln und viel Beifall.
Glückwünsche zum Jubiläum überbrachten neben schulischen und geistlichen auch etliche weltliche Vertreter – etwa des Landes Rheinland-Pfalz, der beiden Landkreise Westerwald und Altenkirchen, der Verbandsgemeinde Hachenburg, der Ortsgemeinde Streithausen, des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung und der heimischen Banken.

11. August 2012

Aufführung des „Römischen Triptychons“
von Johannes Paul II.

Papst Johannes Paul II., Naturfreund und Kunstliebhaber, menschennaher Seelsorger, couragierter Bischof und charismatischer Pontifex, wurde dem Publikum in Marienstatt als Verfasser der lyrischen Meditation „Römisches Triptychon“ vorgestellt.
Im Auftrag des Hauses am Dom zu Frankfurt komponierte der libanesische Komponist Najim Hakim eine geistliche Musik für Sopran und Orgel zum Text Johannes Pauls II. Die Frankfurter Sopranistin Andrea Reuter übernahm den Gesang, die rezitativen Elemente gestaltete P. Jakob Schwinde und an der Rieger-Orgel der Abteikirche interpretierte Jan Dolezel aus Prag die Komposition Hakims, die in ihrer Modernität etwas sperriger wirkt als ein barockes Orgelwerk, den Zuhörer aber mitnimmt in die emotionale Tiefe der Texte.
Auf der Schwelle zur Sixtinischen Kapelle zu Füßen des kraftvollen Freskos Michelangelos, dass jüngste Gericht darstellend, entwirft und entfaltet Johannes Paul II. seinen Klappaltar, sein dreiteiliges Tafelbild. Die zentrale Tafel ist eine Meditation über das Buch Genesis, eine visionäre Schau vom Wort zum Bild zum Abbild und geschaffenem Ebenbild. Eingerahmt links von einer Naturmeditation über einen Bergbach, dessen sprudelnde, springenden, silberglänzenden Kaskaden lebenspendenden Wassers durch die Musik und den ausgezeichnet artikulierten Sopran Andrea Reuters vor dem geistigen Auge sichtbar werden. Der Weg zur Quelle, zum Ursprung, zum Sinn führt gegen den Strom.
Diesen Weg ging auch Abraham, der auf der rechten Tafel sich aufmacht aus Ur in Chaldäa, der Stimme Gottes folgend, bereit, auf dem Berg Morija seinen Sohn Isaak zu Opfern dem Gott seines Bundes, der spricht, der schweigt und der immer der ganz andere ist.
Die innere Grundhaltung dieser durchdringenden Wesensschau, dieser Beschauung, ist das Staunen. Staunen über die Schöpfung, das Wunder des Lebens und die Weitergabe des Lebens vor dem Hintergrund der liebenden und lebendigen Wirklichkeit Gottes, die, verborgen und offenbart zugleich, im Abglanz der Schöpfung transparent wird. Das Abbild weist auf das Urbild. Im Sichtbaren lässt sich das Unsichtbare schauen.
„Gott schuf den Menschen nach seinem Bild und Ebenbild, als Mann und Frau schuf er sie. Im fortdauernden Staunen, im gegenseitigen Sich-Schenken und Beschenkt-Werden, im Sich-Durchschauen und Erkennen vollzieht sich das Ursakrament der Liebe.
Geleitet und geführt durch das Orgelspiel Dolezels, den ausdrucksstarken Gesang Andrea Reuters und die achtsame, den Worten nachspürende Rezitation Pater Jakobs wird das Publikum mitgenommen auf dem Weg zur Quelle, zum Sinn, der im Schlussakord und den letzten Worten des Werkes aufscheint: „Das ewige Leben“, die dann unverstellte Schau des überraschenden, Staunen machenden Gottes. In die Stille hinein fällt der lange anhaltende Applaus der von den eindrucksvollen Darbietungen ergriffenen Zuhörer.

10. August 2012

Sehet, hier ist die Stätte! -
Neues Geschichtsbuch zeigt die Bedeutung Marienstatts

„Erst das Kloster hat der engeren Region eine Geschichte gegeben.“ Was Theo Kölzer, Geschichtsprofessor an der Uni Bonn, damit meint, wird ab sofort anhand einer neuen Chronik über die Abtei Marienstatt deutlich: Denn das 460 Seiten starke und wissenschaftlich fundierte Werk „Sehet, hier ist die Stätte“ von Christian Hillen macht klar, welche historische Bedeutung dieser Ort für seine Umgebung hatte und hat. Das Buch, das vom Forum Marienstatt in Auftrag gegeben und finanziert wurde, wurde am Freitag, in der Annakapelle öffentlich vorgestellt.
Mit der Aussage Kölzers ist indes nicht nur der Einfluss des Klosters auf die Geschichte des Westerwaldes und seiner Nachbarregionen gemeint, sondern den Ordensleuten ist auch zu verdanken, dass bedeutsame Ereignisse der Vergangenheit seit Anfang des 13. Jahrhunderts überhaupt schriftlich fixiert wurden – in einer Zeit, in der das Schrifttum eben weit gehend den Mönchen vorbehalten war. Ohne die Notizen der Zisterzienser, die sich 1212 zunächst am Altenklosterhof bei Kirburg und dann 1227 schließlich an der Nister ansiedelten, lägen viele Geschehnisse in unserer Heimat im Dunkeln. „Die Mönche produzierten Schriften in einer bis dahin quellenarmen Region“, so Kölzer. Die Leistung Marienstatts sei daher vor allem in der Landes- und Regionalgeschichte zu suchen.
Das große Verdienst des Chronik-Autors Hillen (promovierter Historiker und als Archivar bei der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv in Köln tätig) ist es nun, dass er nach jahrelanger, intensiver Recherche die Entwicklung der Zisterzienserabtei bis in unsere Gegenwart hinein zusammengetragen und in lesenswerter Weise niedergeschrieben hat. Die Monografie schildert die schwierige Gründungsphase und widmet sich der vielfältigen Vernetzung des Zisterzienserordens sowie den Beziehungen der Mönche in acht Jahrhunderten zu den übrigen kirchlichen und weltlichen Institutionen. Außerdem untersucht sie das Verhältnis zum regionalen Adel. Die im Laufe der Zeit existenzbedrohenden Probleme nehmen einen ebenso breiten Raum ein wie die zwischenzeitliche Auflösung im Jahr 1803 und die Wiederbesiedlung 1888.
Das Buch befasst sich mit den schwierigen Verhältnissen zwischen den beiden Kriegen und beleuchtet den Weg von den Anfängen der schulischen Bildungsstätte bis hin zum aktuellen G 8-Gymnasium. Bislang unveröffentlichte Bilder sind in dem Werk zu finden.
Friedrich Esser, Vorsitzender des Forums Marienstatt, zeigte sich von der Besucherresonanz anlässlich der Präsentation geehrt. Glücklich war er auch darüber, dass neben dem Projekt Chronik außerdem die Umgestaltung des Barockgartens, ein weiteres „Kind“ des Forums, rechtzeitig zum Jubiläum fertig geworden ist. Essers besonderer Dank galt an diesem Abend den Bistümern Limburg und Trier, dem Erzbistum Köln, dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz sowie dem Landschaftsverband Rheinland, die sich an den Druckkosten für das Geschichtswerk beteiligt haben. Danke sagte der Vorsitzende aber auch dem Marienstatter Konvent und vielen anderen Personen, die bei der Recherche zu dem Buch behilflich waren. Lobende Worte fand er zudem für den Gründer und Ehrenvorsitzenden des Forums, den ehemaligen Landrat Norbert Heinen, und Altabt Thomas Denter, ohne die es den Verein nicht gäbe.
Heinen sei es auch gewesen, der das Vorhaben Chronik initiiert und schließlich den Titel gefunden habe, der sich an der Gründungslegende der Abtei orientiert. Diese ist auf den sogenannten Marienstatter Tafeln, zwei Pergamentpapieren aus dem frühen 14. Jahrhundert, nachzulesen. Eigens fürs Jubiläum des Klosters hatte das Rheinische Landesmuseum Bonn die Tafeln für wenige Tage an die Nister ausgeliehen. Dank an alle Beteiligten gab es außerdem von Abt Andreas Range. Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde von Mitgliedern des Querflötenensembles des Gymnasiums (Leitung: P. Jakob Schwinde).

„Sehet, hier ist die Stätte – Geschichte der Abtei Marienstatt“ von Christian Hillen ist ab sofort für 24,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

29. Juni 2012

Abtei Marienstatt heißt „Fledermäuse willkommen“

Die Abtei Marienstatt hat die Aktionsplakette „Fledermäuse willkommen“ verliehen bekommen. Cosima Lindemann, die Leiterin der Aktion des Naturschutzbundes (NABU) Rheinland-Pfalz e. V., und dessen Naturschutz-referent, Olaf Strub, überreichten die Auszeichnung an Abt Andreas Range und die Marienstatter Mönche im Rahmen einer Feierstunde in der Annakapelle. Abt Andreas zeigte sich erfreut über die Würdigung und bezeichnete sich scherzhaft als „Abt Mausohr“.

Auf dem Dachboden des barocken Klosterbaus befindet sich die einzige bislang nachgewiesene Kolonie des Großen Mausohrs im Westerwaldkreis. Hier gebären die weiblichen Tiere und ziehen ihre Jungen groß, bis sie flugfähig sind. Entdeckt wurde diese sogenannte „Wochenstube“ 1999. Sie wird seitdem von Marcel Weidenfeller (Hundsangen) betreut. Die aktuelle Zählung am Abend desselben Tages ergab etwa 860 Alttiere, die den Dachboden vor Mitternacht verließen, und etwa 450 dort während der Nacht wartende Jungtiere, also die in diesem Jahr geborenen Große Mausohrfledermäuse. Mit Blick auf die kühl temperierte, widrige Witterung in diesem Frühjahr seien diese Werte als hoch einzuschätzen, so Weidenfeller. Immerhin war er zuvor von etwa 1000 Tieren ausgegangen. Mit den insgesamt nun mehr als 1300 Tieren ist die Fledermauspopulation im Vergleich zu Zählungen vor zwölf Jahren um mehrere Hundert gestiegen.
Neben dem Großen Mausohr leben in den Dachschindeln des Klosters vermutlich noch die Zwergfledermaus und die Langohrfledermaus. Das offen bewaldete Umfeld des Gebäudes mit der angrenzenden Nister beherbergt ein reichhaltiges Angebot an Insekten und vor allem nachtaktiven Käfern – Bedingungen, die Fledermäuse bevorzugen. Weitere Untersuchungen sollen Einblick in die jährliche Nutzung des Klosters durch die fliegende Säugetiere ergeben. Dabei wird der NABU neben der Abtei Marienstatt auch mit dem Privaten Gymnasium zusammenarbeiten, für das Biologielehrer Dr. Hauke Bietz künftig als „Fledermausbotschafter“ fungieren wird.
Neben Abt Andreas für die Marienstatter Klostergemeinschaft erhielten die Auszeichnung auch die Familie Süllwold aus Vielbach, Karin Gehrlicher-Pfeiffer aus Puderbach und Alexandra Negrete-Baldus aus Freilingen, die sich besonders um den Schutz der Zwergfledermaus verdient gemacht haben.

Auf der Internetseite www.fledermäuse-willkommen.de finden sich zahlreiche weitere Erläuterungen zu Fledermäusen, zum Fledermausschutz und zur Willkommens-Aktion.

23. Juni 2012

Marienstatter Gymnasium feiert den 800. Geburtstag
„ihres“ Klosters

Kloster und Schule – dass beides in Marienstatt eng miteinander verbunden ist, zeigt sich nicht nur an der Tatsache, dass man unter einem Dach lebt und arbeitet: Auch das 800-jährige Klosterjubiläum feierten Schüler, Lehrer, Elternschaft und viele Besucher eine Woche lang mit. Eine Projektwoche unter dem Titel „800 Jahre Kloster“ bot eine Zeitreise durch die acht Jahrhunderte. Jeder Jahrgang nahm sich ein Jahrhundert vor: So lenkten die Fünfer den Blick auf die vergangenen hundert Jahre, die Zwölfer schließlich nahmen das Gründungsjahrhundert Marienstatt in den Fokus. Im samstäglichen Schulfest präsentierten die Klassen und Kurse ihre Ergebnisse und boten darüber hinaus ein buntes Programm aus Musik, Kunst, Geschichte - allerlei Leckereien durften natürlich auch nicht fehlen.
Beim Gang durch das Schulgebäude wurde die Vielfalt der Projekte deutlich. Die jüngsten Marienstatter haben ihre Klassenräume zu wahren Präsentationsbühnen verwandelt: Die Fünftklässler aus dem Projekt „Fischteiche“ sprudelten im Wortsinne fast über: „Wir haben die alten Marienstatter Teiche untersucht und sogar zum Teil wieder ausgehoben“. Etwas trockener, aber nicht minder munter, ging es in der Projektgruppe „Jonglage“ zu: Mit bunten Tüchern und Bällen präsentierten die Kinder ihr (neuerlerntes) Können. „Kochen, Basteln, Spielen“ hieß es in einer weiteren Gruppe und im Projekt „Spuren Marienstatts“ wurde Sport und Geschichte verbunden: Mit dem Fahrrad ging es beispielsweise zum Altenklosterhof bei Mörlen, wo die ersten Marienstatter Mönche siedelten. In einem Klassenraum der Fünfer entstand überdies ein „Sinnenweg“: Wer richtig roch, tastete, schmeckte und hörte, konnte die Höchstzahl erreichen.
Das 19. Jahrhundert stand bei den Sechstklässlern in Mittelpunkt: So dampfte es aus einem Klassenraum gewaltig, denn dort präsentierten die Kinder „Erfindungen des 19. Jahrhunderts“ – die Dampfmaschine vorneweg. „Wir haben selbst Dampfmaschinen-Schiffe gebaut“, berichtete ein Sechstklässler begeistert und ließ sein Schiffchen gleich im Babyschwimmbecken auf große Fahrt gehen. Im Rahmen des Projekts besuchte die Gruppe auch den „Erlebnisbahnhof Westerwald“ in Westerburg. Die Gruppe „Papiertheater um 1900“ bot jede Stunde eine Aufführung ihres „Hänsel und Gretel“: In stundenlanger Kleinarbeit haben die Kinder Figuren, Bühne und Landschaft ihres Mini-Theaterstücks gebastelt. „Zeitreise ins 19. Jahrhundert“ nahmen die „Historiker“ unter den Sechstklässler in den Blick: Essen und Getränke aus dieser Zeit wurde nicht nur auf Plakaten präsentiert, sondern konnte beim Schulfest „live“ verspeist werden - der gute Marienstatter Most vorneweg.

Der Barock fand sich in den Projekten der Siebtklässler wieder: Eine Gruppe präsentierte Formgedichte, also Texte, die in Form von Flaschen, Kirchenfenstern oder Barockgärten gestaltet wurden. „Museum in der Landschaft“ nahm lange vergangene Zeit in den Blick: Die Schiefergrube „Assberg“, wo auch Dachziegel für das Hachenburger Schloss und das Marienstatter Kloster gewonnen wurde, wurde näher untersucht. Der Kunst des Barocks näherten sich gleich zwei Gruppen: Eine modellierte aus Gipsstein Figuren, eine andere nutzte das Medium der Fotografie: Man fotografierte im Kloster, der Basilika und im Garten barocke Elementen: Da diese sich oft der Natur entlehnten, ging es anschließend ins Grüne, um das natürliche „Gegenstück“ zu suchen und zu fotografieren. In einem Siebener-Klassenraum war eine „barocke Fotoecke“ entstanden: Mit weißer Perücke und Rüschenkleid entstanden so allerlei lustige Bilder, die die Schulfestbesucher gleich ausgedruckt bekamen. Aus einem Klassenraum erklang russische Musik.
„Europa - Westerwald - Hachenburg - Marienstatt“: Die Achtklässler gingen vom „Großen zum Kleinen“, um sich der Geschichte der Heimat zu nähern - Kirche, Bauernleben, Literatur, Kriege wurden näher untersucht. Andere Achtklässler beschäftigten sich mit der Kalligraphie und schrieben kleine Texte - beispielsweise das „Pater noster“ - in der Textur-Schrift. Für das Schulfest setzten die Kinder Textur in moderne Phantasieschriften um und gestalteten Aphorismen so künstlerisch. Eine „Wallfahrt zu Fuß und per Rad“ unternahm eine weitere Achter-Gruppe: Mörlen und Marienthal wurden besucht. In der Bibliothek stellten die Achter ihre Ergebnisse des Projekts „Kirchenentwicklung im 17. Jahrhundert“ vor: Ein Zeitstrahl und die Themenschwerpunkte „Architektur“ und „Wasserwirtschaft in Marienstatt“ konnten so bestaunt werden.
Kulinarisch ging es bei den Neunern zu: Eine Gruppe braute Bier: „Erst haben wir Malz geschrotet und mit Wasser gekocht. Nach einer ersten Filterung kam der Hopfen dazu, um schließlich ein zweites Mal zu kochen“, berichteten die Neuntklässler fachmännisch. Das Bier, das allerdings noch sechs Wochen ruhen muss, ging weg wie „warme Semmel“. Apropos Backwaren: Wie man Brot backt, erlernte eine andere Gruppe: In der Klosterbackstube und im „Backes“ in Luckenbach mischten, kneteten und backten die Marienstatter und verkauften das Brot am Schulfest – man war binnen Minuten leergekauft. Historisch ging es in einer anderen Gruppe zu: Das Adelsgeschlecht der Oranier wurde genauer untersucht und der Stammsitz in der Oranierstadt Dillenburg besucht.
Das 15. Jahrhundert nahmen die Zehntklässler unter die Lupe: Die Schüler präsentierten selbstgeschriebene „Canterbury Tales“, also scharfzüngige Ständesatire. Johannes Trithemius‘ Verschlüsselungen und vor allem dessen Dechiffrierungen untersuchte eine weitere Gruppe und legte beim Schulfest eine Ausarbeitung vor. Den 600. Geburtstag Jeanne d’Arc nahmen weitere Zehntklässler zum Anlass, sich mit der französischen „Nationalheiligen“ zu beschäftigen. Heimischer ging es bei der Auseinandersetzung mit den Grafen zu Sayn zu, die in einer Plakatpräsentation mündete.
Auch die beiden Oberstufenjahrgänge forschten in „ihren“ Jahrhunderten eifrig. Die Elfer stiegen in die Tiefen des 14. Jahrhunderts: Damals war die Kartographie noch in den Kinderschuhen - aber auch heute gibt es noch „weiße Flecken“: Beispielsweise gibt es keine genauen Karten des Klostergartens und des Klostergebäudes: Dies wurde nun mit einem Theodoliten nachgeholt. Auf milliardenteure Satellitentechnik vertrauten die „Geocacher“: Nicht nur die bereits veröffentlichen Geocaches im Marienstatter Nahbereich wurden gesucht, sondern auch neue „Schätze“ versteckt - historische Recherche diente als Grundlage für die „Rätsel-Caches“. Die biologisch-medizinischen, die historischen und die lokalen Hintergründe der Pest wurden von einer anderen Gruppe erforscht. Eine eigene Broschüre über „Bücher und Texte in mittelalterlichen Klöstern“ erstellten andere Elfer und präsentierten ihre Forschungsergebnisse. Beim Schulfest unternahm die MSS 11 auch einen Zeitsprung in die Gegenwart: Die Kinder der Festbesucher wurden betreut.
„Das Leben der einfachen Leute im 13. Jahrhundert“: Die MSS 12 zeigte dabei nicht nur ihre Ergebnisse der Erarbeitung von Minnelyrik, sondern auch „Handfestes“: Fladen mit Zwiebeldip aus eigener Herstellung dufteten durch den Schulflur. Die alten Marienstatter Fischteiche nahmen die Biologen in Augenschein: Wasseruntersuchungen, Bestandsaufnahme von Flora und Fauna und ein Vergleich mit der Hatterter Fischfarm wurden durchgeführt. In den Raum der Träume entführten andere Zwölfer: Sie lasen Traumreisen zu den Themen „reges Markttreiben“, „Kulinarisches“ und „Kutschfahrt“ im Meditationsraum. Ein komplettes Kino baute eine andere Gruppe auf: Eine eigene Videoproduktion mit dem Titel „Kunst, die provoziert“ flimmerte über die Leinwand. Das Jubiläumsjahr „800 Jahre Marienstatt“ nahmen die Geologen auf: „Marienstatt seit 800 Millionen Jahren“ lautete deren Projekt: Man nahm geologische Untersuchungen am Nauberg, an der Nister und der Schutthalde des Neubaus vor. Die Abi-Aktion 2013 der Jahrgangsstufe 12, die dieses Mal wieder das Kinder- und Jugendhospiz „Balthasar“ in Olpe unterstützt, präsentierte am Gang ebenso seine Arbeit wie die „Patenschaft“, die einen kleinen Basar organisiert hatte.
Ein Schulfest ohne Musik – das geht in Marienstatt nicht: Die Big Band trat drei Mal auf der „Insel der Ruhe“ auf, im Lichthof der Musiksäle präsentierte das Streicherquartett ein Wandelkonzert und Schülerinnen der Klasse 8b führten erstmals ihre selbstkomponierte Zwölftonmusik auf. Querflötenensemble, Unterstufen-, Mittel- und Oberstufenchor, die Band und die Solisten aus der Stimmbildungs-AG begeisterten bei zwei „Mini-Konzerten“ in der Annakapelle.

Auf der Homepage des Gymnasiums finden Sie viele Bilder und eine Fotogalerie über die Projekttage und das Schulfest.

21. Juni 2012

800 Jahre Marienstatt – „Klang und Raum“:
Jubiläumskonzert des Privaten Gymnasiums
setzte einen besonderen Akzent

Ein ganz besonderes Konzertereignis präsentierte der Fachbereich Musik des Privaten Gymnasiums Marienstatt anlässlich des 800-jährigen Jubiläums des benachbarten Klosters in der Basilika.

Ungewöhnlich an diesem Abend war zunächst, dass das Konzert nicht wie sonst zum sommerlich-musikalischen Abschluss des Schuljahrs die Besucher in die Sporthalle an, sondern in die Klosterkirche lockte. Erwarteten die meisten Besucher wohl eine musikalische Präsentation, in deren Mittelpunkt der Altarraum stünde, so wurden sie überrascht durch eine komplexe Aufführung, die sich aus der Fokussierung auf einen zentralen Spielort löste und in einer Klanginstallation musikalische Eindrücke im ganzen Kirchenraum verteilte. Im Altarraum selbst wurde nicht gespielt, aber seine Präsenz wurde durch die Musiker umschrieben und er diente als choreographischer Dreh- und Angelpunkt. Es ergaben sich zahlreiche Überraschungsmomente, in denen sich die Zuhörer nach den Musikern umdrehten oder die Klangquellen in den Tiefen der Kirche erahnen konnten. Konzept und künstlerische Leitung des ungewöhnlichen Konzertabends lagen bei Pater Jakob Schwinde, der dabei von Tobias Hünermann unterstützt wurde. In seinen bereits auf leise Orgelklänge (Fr. Gregor Brandt) gesprochenen Einleitungsworten hob P. Jakob hervor, dass die Klanginstallation sowohl auf der vielgestaltigen Architektur der Basilika basiere als auch auf der Nutzung der Wege durch die Kirche, die eine regelrechte „Wege-Kirche“ sei. Dieser Raum wurde zwei Stunden lang von den Musikern durchschritten, die Ecken bespielt, und verschiedene, räumlich-bedingte Halleffekte eingebunden. Die jeweiligen Aufführungsorte wurden erleuchtet, ansonsten erhellten nur Kerzen den Raum und unterstützten mit der zunehmenden Abenddämmerung die meditative Stimmung. Als Klangbrücken zwischen den Werken vermittelte das improvisierende Spiel von P. Jakob Schwinde (Querflöte) und Tobias Hünermann (Klarinette). Die Besucher wurden so klanglich und optisch auf eine choreographische Reise durch die Basilika mitgenommen.
Der musikalische Rahmen umspannte einen Zeitraum von mehr als 800 Jahren. Die Werke wurden vorgetragen vom Unterstufenchor, Mittel- und Oberstufenchor sowie Gesangssolisten aus der Stimmbildung (Leitung: Martin Wanner), dem Streicherensemble (Peter Haßelbeck), von der Band (Sarah Mies) und der Big Band (Christoph Mohr), dem Querflötenensemble (P. Jakob Schwinde) sowie und einem für dieses Konzert formierten Lehrerensemble.
Als musikalischer Auftakt wurde „Da pacem domine“ des zeitgenössischen estnischen Komponisten Arvo Pärt vom Lehrerensemble aus dem Kapellenkranz der Basilika vorgetragen und führte damit auch das Leitmotiv des Konzerts, die Bitte um Frieden, ein. Das Stück wurde konzeptionell zur tragenden Säule, erklang es doch während des Konzertabends in drei verschiedenen Interpretationen, die trotz unterschiedlicher Instrumentierung gleichermaßen die schwebende Spiritualität des Stücks vermittelten und den Raum mit einer ergreifenden Intensität durchzogen. Etwa zur Hälfte des Konzerts erklang abermals Pärts „Da pacem domine“, diesmal jedoch vortragen vom Streicher- und Querflötenensemble sowie Chormitgliedern War der Auftakt in seiner Schlichtheit bereits ergreifend, gelang es den Musizierenden, die auf drei weit voneinander entfernt liegenden Stellen des Kirchenraums verteilt waren, neue Akzente zu setzen: Die Raumgröße schien erfahrbarer zu werden, das Zusammenwirken von Instrumenten, Stimmen und Hall wurde intensiviert.
Das Streicherensemble trug spätmittelalterliche Werke aus der Gründungszeit Marienstatts (u. a. von Adam de la Halle) im 13. Jahrhundert vor. Von vier verschiedenen Orten aus sangen Mitglieder des Lehrerensembles im Gehen die Antiphon „O pastor animarum“ von Hildegard von Bingen und führten zurück in eine Zeit, als die Errichtung des Klosters Marienstatts noch in der Zukunft lag. Der Unterstufenchor beeindruckte besonders mit „Ay linda amiga“ – mit dem Lied aus dem Spanien des 16. Jahrhunderts durchschritten sie die gesamte Kirche.
Das Querflötenensemble überzeugte mit einer hohen musikalischen Qualität. Zur doppelchörigen „Canzon duodecimi toni“ von Hans Leo Hassler teilte sich das Ensemble und positionierte sich in den gegenüberliegenden Seitenschiffen der Kirche. Das wechselseitig vorgetragene Werk erklang so von zwei Seiten, die Zuhörer verfolgten gebannt die Melodieführung durch synchronisierten Wechsel der Blickrichtung. Bei Johann Sebastian Bachs „Ich habe meine Zuversicht“ (Solo: Franziska Suchan, MSS 12) gelang es dem Ensemble wie selbstverständlich den räumlich bedingten Hall als weitere Gegenstimme einzufügen.
Die Big Band – platziert in der Nähe der Vierung – überraschte mit modernem Swing und erfrischend druckvollem Spiel. Geistliche Werke ganz anderer Couleur wie „Go, tell it on the mountain“, „The preacher“ oder „The gospel truth“ wurden scheinbar mühelos vorgetragen, manche musikalische Wendung zeugte von humorvoller Distanz.
Beeindruckend war auch der Mittel- und Oberstufenchor in einem Marienlied von Lájos Bárdos, das im Kapellenkranz vorgetragen sich über die gesamte Länge der Basilika erstreckte und einen wirkungsvollen Hall mit sich führte.
Mit Balthasar Resinarius´ „Verleih uns Frieden“ knüpfte der Chor an den thematischen Leitgedanken an. Ein Solo-Ensemble des Chores trug auf dem Sims des Westfensters das Abendlied „Esti dal“ von Zoltán Kodály vor, dessen Grundstimmung behutsam durch das Klarinettenspiel Hünermanns aufgegriffen und wie durch eine akustische Parallelwelt durch den Kreuzgang außerhalb des Kirchenschiffes zum nächsten Spielort überführt wurde.
Franziska Diehl (9c) sang von der Orgelbühne aus feinfühlig und doch kraftvoll „Amazing grace“. Die Band zeigte Mut durch den Vortrag einer Eigenkomposition „Minne auf Abwegen“, die von „Unter der Linden“ von Walther von der Vogelweide zum populären „When September ends“ der Gruppe „Green Day“ überleitete – eine wagemutige Zusammenstellung, die aber musikalisch überzeugend vorgetragen wurde. Für „Neue Geistliche Lieder“ wie „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ und „Frieden dir, Jerusalem“ schlossen sich Band und Chor virtuos zusammen. Natascha Bellinger (9b), Ruben Alhäuser (9c) und Steve Vollmer (MSS 11) übernahmen dabei weitere Solo-Parts.
Den Abschluss des Konzerts bildete wiederum Pärts „Da pacem domine“, das diesmal jedoch von allen etwa 100 Musikern gespielt und gesungen wurde, die sich in den Außenbereichen der gesamten Kirche verteilt hatten und so einen großen „Klangkreis“ bildeten. Damit gelang es den Musikern die Aufführungsorte in ihrer Gesamtheit simultan zu verbinden und so das Bewegende der Komposition nochmals steigern zu können – ein geradezu bebender Abschluss eines beeindruckenden Konzertabends! Das Publikum in der gut gefüllten Basilika dankte mit lang anhaltendem, stehenden Applaus für das sicherlich lange nachklingende Schulkonzert zum Jubiläum der Abtei.

Auf der Homepage des Gymnasiums finden Sie viele Bilder und eine Fotogalerie über das Jubiläumskonzert "Klang und Raum".

Eine weitere Fotogalerie findet sich auf der Homepage der Rhein-Zeitung.

14. Juni 2012

Tausende Wallfahrer feiern in Marienstatt
ein Fest des Glaubens

Zwischen 5000 und 6000 Pilger aus dem Westerwald und dem Kreis Altenkirchen haben heute am "Großen Wallfahrtstag" in Marienstatt gemeinsam ein Fest des Glaubens gefeiert. Teils hatten sich die Pilgergruppen schon in aller Frühe auf den Weg gemacht, um pünktlich um 10 Uhr zum Pontifikalamt mit dem Erfurter Bischof Dr. Joachim Wanke im Tal der Nister zu sein. Die dort lebenden Zisterziensermönche feiern in diesem Jahr den 800. Geburtstag ihrer Abtei. Dieses besondere Jubiläum spiegelte sich auch in den Worten der Geistlichen wider. Für Abt Andreas Range ist es besonders erfreulich, dass sich der "Große Wallfahrtstag" zu einem Tag für alle Generationen entwickelt hat. Bischof Wanke ermutigte die Wallfahrer in seiner beeindruckenden Predigt, "beweglich" im Glauben und im Leben zu bleiben.
Begründet wurde die Wallfahrt zur „Schmerzhaften Mutter von Marienstatt“ am Oktavtag von Fronleichnam bereits im Jahr 1486. Die Pilger beten für ihre ganz persönlichen Anliegen, aber auch für die Anliegen der Kirche und der ganzen Welt. Im Jubiläumsjahr dankten sie mit den Mönchen zudem für 800 Jahre geistliches Leben in Marienstatt und baten Gott um eine gute Zukunft des Klosters. Begleitet wurden die Gläubigen wieder von zahlreichen Musikgruppen. Zum Pontifikalamt auf dem Abteihof beispielsweise spielte die Bindweider Bergkapelle aus Malberg, die seit stolzen 136 Jahren besteht. Nach dem Mittagessen hatten die Wallfahrer die Möglichkeit, an einer Pilgerandacht in der Basilika und an dem Kreuzweg teilzunehmen. Die Vesper mit eucharistischem Segen beschloss den Tag.

Auf der Homepage der Rhein-Zeitung finden Sie eine Fotogalerie zum Wallfahrtstag.

09. Juni 2012

Auf den Spuren der Gründermönche -
Fußwallfahrt von Heisterbach nach Marienstatt

Anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Gründung der Zisterzienserabtei Marienstatt gab es eine gelungene Premiere: Zum ersten Mal führte eine zweitägige Fußwallfahrt vom Mutterkloster Heisterbach bis nach Marienstatt. Auch sie stand wie das gesamte Jubiläumsjahr unter dem Motto „Aus Liebe zu Christus“.
55 Pilger brachen gemeinsam mit Pater Martin als Leiter der Wallfahrt mit dem Bus nach Heisterbach im Siebengebirge auf. Vom Mönchskonvent beteiligten sich außerdem Frater Gereon und der Novize Frater Leo. Nach einem Wortgottesdienst in der Chorruine der ehemaligen Klosterkirche und dem Segensgebet ging es dann zu Fuß los in Richtung Marienstatt. Erstes Ziel unterwegs war die Pilgerkirche zu Ehren des Heiligen Apostels Judas Thaddäus in Heisterbacherrott. Vor dem Gnadenbild des Apostels, der als Helfer in besonders schweren Anliegen gilt, wurden in Lied und Gebet die Fürbitten der Pilgerschar ausgesprochen.
Der Wallfahrtsweg, den P. Martin gemeinsam mit dem Diplom-Geographen Markus Kunz (Gehlert) geplant und vorbereitet hatte, führte nun vom Fuß des Siebengebirges durch den wunderschönen Frühsommerwald am Großen Ölberg. Fernblicke nach Köln und bis weit ins Bergische Land und in die vielfältige Kulturlandschaft des vorderen Westerwaldes gewährten ein besonderes Landschaftserlebnis. Unterwegs wurde tagsüber an drei Stationen innegehalten, um mit bekannten Kirchenliedern, Rosenkranzgebeten, Schriftlesungen und geistlichen Impulsen dem Sinn des Pilgerns, dem Unterwegssein zu Gott, Ausdruck zu geben. Nach über acht Stunden anstrengender Wanderung war dann Weyerbusch, das Ziel des ersten Pilgertages, erreicht. Mit einer Vesper in der Katholischen Kirche St. Joseph wurde die erste Etappe abgeschlossen.
Die katholische und die evangelische Kirchengemeinde waren freundliche Gastgeber und stellten ihre Räumlichkeiten für die Übernachtung zur Verfügung. Ein kräftiges Abendessen aus der Marienstatter Klosterküche und Marienstatter Klosterbräu, eigens von Pater Dominikus nach Weyerbusch gebracht, waren eine willkommene Stärkung.

Der zweite Tag begann nach dem Frühstück mit einem Morgenlob in der Kirche in Weyerbusch. Fast alle Pilger konnten anschließend bei frischem, sonnigen Wetter weiter Richtung Marienstatt aufbrechen. Zunächst ging es entlang der Bundesstraße 8, der historischen Fernstraße von Köln nach Frankfurt, die wohl auch den Gründermönchen als Weg in den Westerwald gedient haben mochte. Nach weiteren Gebetsstationen bot sich dann auf der Höhe bei Giesenhausen die Gelegenheit, gleichzeitig den Ölberg am Anfangsort der Wallfahrt und das Tal der Großen Nister bei Marienstatt als Ziel zu erblicken. Durch das windungsreiche Nistertal führte der Weg schließlich bis zum Kloster Marienstatt. Hier wurde die Pilgerschar nach 62 Kilometern Wegstrecke und feierlichem Einzug in die Abteikirche von Abt Andreas zum Vorabendgottesdienst empfangen.
Zwei körperlich anstrengende, aber segensreiche Tage, unterwegs im gemeinsamen Glauben und in Gottes guter Schöpfung, lagen nun hinter den Pilgern. Und beim gemütlichen Abschluss im Marienstatter Brauhaus kam schon der Wunsch zum Ausdruck, aus der Premiere künftig eine Tradition werden zu lassen – "aus Liebe zu Christus".

02. Juni 2012

Marienstatt öffnete Türen für Tausende Gäste

Einmal sehen, wie die Mönche leben: Diesen Wunsch bekamen am Samstag Tausende Besucher erfüllt. Denn die Zisterzienserabtei Marienstatt hatte anlässlich ihres 800. Geburtstags zum Tag der offenen Tür eingeladen. Schon am frühen Morgen zeichnete sich ab, welch großes Interesse die Bevölkerung an dem spirituell und kulturhistorisch so bedeutsamen Kloster im Tal der Nister hat. Bereits kurz nach 9 Uhr stauten sich Autos und Busse rund um das Gelände, doch die Feuerwehr konnte ein Verkehrschaos verhindern.

Der Tag begann mit einer kleinen Andacht in der voll besetzten Basilika, bei der Abt Andreas die Gastfreundschaft und das Öffnen von Türen im Sinne der benediktinischen Ordensregel erläuterte. Ein Kloster sei zwar ein abgeschlossener Raum, aber kein Gefängnis. Der Klosterpforte komme beim Empfang von Gästen eine besondere Bedeutung zu. Doch die Abtei mit ihren Mönchen öffne auch eine Tür zur himmlischen Welt. „Wir sind bodenständig und doch offen nach oben“, so Abt Andreas, dessen einleitende Worte durch eine Orgelmeditation von Frater Gregor musikalisch verstärkt wurden.

Während Pater Jakob noch den Ablauf der Klosterführungen erläuterte, eilte ein Großteil der Andachtsbesucher bereits zum Startpunkt der Rundgänge, wo sie schon von weiteren Gästen empfangen wurden, die es ebenfalls voller Vorfreude in den ansonsten unzugänglichen Bereich des Klosters zog. In Dutzenden Gruppen wurden die Besucher im Anschluss durch Kirche und Abtei geführt und erfuhren dabei von den Mönchen persönlich manch spannendes Detail zu Historie und Alltag des Klosters. Neben dem Gotteshaus durften die Gäste sich dabei unter anderem den Kapitelsaal, in dem beispielsweise die Wahl eines Abtes durchgeführt wird, den Kreuzgang, das Refektorium (Speisesaal der Ordensleute), das Treppenhaus sowie die berühmte Privatbibliothek des Klosters anschauen. Im Kurfürstensaal schließlich wurden die Besucher von Abt Andreas erwartet, der manch humorvolle Anekdote bereithielt. Außerdem erinnerte er an die Weißdorn-Legende, die die Klostergründung an der Großen Nister erklärt. Der Abt machte jedoch auch deutlich, dass Marienstatt kein Museum, sondern eine Abtei ist.

Dass die Menschen aus Nah und Fern sich aber sehr über die einmalige Gelegenheit zur Besichtigung gefreut haben, bewies der ganztägige Ansturm. Bis zum Nachmittag bildeten sich lange Schlangen vor der Basilika. Dabei waren die Klosterführungen längst nicht das einzige Angebot am Tag der offenen Tür. Wichtiger Anziehungspunkt war auch der Nutzgarten der Mönche, der eigentlich ebenfalls zur Klausur gehört. Einblicke erhielten die Besucher zudem in das Turbinenhaus der Abtei und das historische Dachschieferbergwerk. Zum Stöbern luden ein Flohmarkt und ein Bücherflohmarkt ein. Wer es etwas ruhiger angehen wollte, konnte sich bei der Vorführung des neuen Jubiläumsfilms über Marienstatt in der abgedunkelten Annakapelle über die 800-jährige Geschichte des Klosters informieren oder sich bei einem Spaziergang durch den angrenzenden Wald bei strahlendem Sonnenschein an der Schönheit der Natur erfreuen.

Hochbetrieb herrschte von der Mittagszeit an im Klosterhof und im Biergarten des Brauhauses, wo allerlei traditionelle Leckereien auf die Gäste warteten, während das Marienstatter Blasorchester für Unterhaltung sorgte. Der Tag endete – wie er begonnen hatte – mit geistiger Nahrung: Die Mönchsvesper am Nachmittag läutete sozusagen nach dem großen Trubel im Kloster wieder die deutlich ruhigere Normalität ein.

Eine Sonderseite der Westerwälder Zeitung zum "Tag der offenen Tür" findet sich unter der Rubrik Presseberichte.

05. Mai 2012

Siebtes Nightfever lockte viele Menschen in die Abteikirche

Die siebte Auflage von "Nightfever" in Marienstatt war gleichzeitig die einzige Veranstaltung dieser Art im Jubiläumsjahr 2012. Einmal mehr fanden dazu sehr viele Interessenten aller Generationen den Weg in Basilika. Einmal mehr zeigte sich auch die Eigenart von "Nightfever" in Marienstatt: Es ist kein über den Abend verteiltes Kommen und Gehen der Gäste wie es vielfach bei "Nightfever"-Veranstaltungen in den Städten üblich ist, sondern die allermeisten Menschen bleiben über eine lange Zeit, viele sogar bis zum Ende um 22.00 Uhr in der Kirche. Uns Mönche wie auch die tatkräftig unterstützenden Lehrer und Schüler des Gymnasiums freuen die zahlreichen positiven Rückmeldungen auf die Marienstatter Gebetsnächte sehr: Man fühlt sich getragen und geborgen, gewinnt neue Kraft und Zuversicht.

Deshalb wird es natürlich auch 2013 - voraussichtlich wieder im Mai und September - die nächsten "Nightfever"-Veranstaltungen in der Marienstatter Abteikrche geben.

01. Mai 2012

Wallfahrt im Jubiläumsjahr 2012 eröffnet

Die Wallfahrten nach Marienstatt im Jubiläumsjahr 2012 begannen am 1. Mai frühmorgens mit einer Wallfahrt vom Altenklosterhof bei Mörlen aus ins Tal der Nister. Damit wurde passend zum Feieranlass der Ort gewürdigt, an dem vor genau 800 Jahren 1212 der erste Klosterbau von Marienstatt errichtet worden war, der dann 1222 ins Tal der Nister verlegt wurde.

Etwa 40 Teilnehmer zogen zusammen mit P. Martin, P. Jakob, Fr. Gereon und Fr. Karl betend und singend nach Marienstatt, wo sie von den Glocken der Basilika empfangen wurden. Die Orgel stimmte in das letzte Marien-Wallfahrtslied ein und leitete zugleich über in die erste Pilgermesse, die die Wallfahrerinnen und Wallfahrer zusammen mit dem Konvent und einer ansehnlichen Gemeinde feierten.
Am Abend wurden die Maiandachten eröffnet. Darin wurde auch das "Altenberger Friedenslicht" in Empfang genommen. Wenngleich auch der ursprünglich geplante Staffellauf mit dem Friedenslicht von Wissen über Gebhardshain nach Marienstatt kurzfristig abgesagt werden musste, so kam das Licht dennoch in Marienstatt an, weil einige Mitglieder der Marienstatter Kolpingfamilie und der Messdiener es aus dem Bergischen Land in den Westerwald gebracht hatten. Die jungen Messdiener berichteten von einem beeindruckenden Gottesdienst im Altenberger Dom, in dessen Verlauf das Friedenslicht an der Osterkerze entzündet und in alle Welt ausgesendet worden war.

29. April 2012

Segnung von über 220 Motorrädern und ihren Fahrern

Auch in diesem Jahr waren wieder viele Motorradfahrer der Einladung der Marienstatter Mönche gefolgt, sich und ihre Fahrzeuge segnen zu lassen. Mehr als 220 Motorräder standen mit ihren Fahrerinnen und Fahrern am Sonntagmittag in Reih und Glied auf dem Abteihof, als um 13.30 Uhr der Segnungsgottesdienst begann.

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Es wurde um Schutz und Gottes Segen für alle Fahrten auf den Straßen gebetet, man gedachte der durch Unfälle im Straßenverkehr Verletzen, insbesondere aber auch der tödlich Verunglückten. Auch der Gedanke an die Bewahrung der Schöpfung und die Verantwortung für Gottes Gaben, für die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen, kamen zur Sprache. Anschließend wurde alle Motorradfahrer mit ihren Fahrzeugen einzeln gesegnet.

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08. April 2012

Felix Pascha!

Gemeinsam mit vielen Gläubigen hat unsere Gemeinschaft die Kar- und Ostertage gefeiert. Alle Gottesdienste in diesen Tagen waren erfreulich gut besucht, die Basilika war stets gut gefüllt.
Zum vierten Mal in Folge haben wir die Osternacht in aller Frühe um 4.00 Uhr gefeiert. Nach der knapp zweieinhalbstündigen Feier trafen sich die Ostergäste zusammen mit den Brüdern zur frohen Osteragape, bei der kein Platz unbesetzt blieb.

Unsere Gemeinschaft wünscht allen, die sich mit Marienstatt verbunden fühlen, eine frohe und gesegnete Osterzeit! Felix Pascha!

22. März 2012

Jahreshauptversammlung des "Forum Abtei Marienstatt"

Bei der Jahresversammlung des „Forum Abtei Marienstatt e. V.“ konnte der Vorsitzende Friedrich Esser eine erfolgreiche Bilanz des Fördervereins vorlegen. Aufgrund großzügiger Spenden vieler Sponsoren und der Beiträge der inzwischen 216 Mitglieder nahm der Verein im Jahr 2011 rund 26 000 Euro ein. Auf diese Weise konnte das Forum zehn Ruhebänke im neu gestalteten Barockgarten des Klosters und einen Großteil der restlichen Bepflanzung finanzieren. Der Barockgarten kommt somit zur 800-Jahr-Feier der Abtei in voller Schönheit zur Geltung.

Kurz vor der Fertigstellung steht auch das größte Projekt des Forums seit der Mitwirkung bei der Renovierung der Basilika: Rechtzeitig zur 800-Jahr-Feier erscheint ein opulentes Buch, das der Verein vollständig finanziert und herausgibt: „Sehet, hier ist die Stätte – Geschichte der Abtei Marienstatt“ ist der Titel des Werks, das der Kölner Historiker Christian Hillen im Auftrag des Forums recherchiert und verfasst hat. Es wird der Öffentlichkeit am Freitag, 10. August, vorgestellt und anschließend im Buchhandel für 29,90 Euro erhältlich sein. Auch dieses Projekt wird ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert und von den Bistümern Limburg und Trier, dem Erzbistum Köln, dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz sowie vom Landschaftsverband Rheinland unterstützt.

Das nächste große Vorhaben des Forums ist die Neugestaltung des Abteihofs (Ehrenhof). Wer bei den Aufgaben des Forums mithelfen will, kann sich in einem neuen Flyer informieren, der zum Beitritt ermuntert. Er liegt in der Klosterkirche, in der Klosterbuchhandlung und in den Tourist-Informationen der Region aus.
Für das Jahr 2012 beschloss die Mitgliederversammlung im Zuge der Reihe „Auf den Spuren der Zisterzienser“ einen Spaziergang am 23. Juni unter dem Titel „Marienstatt und sein Wirtschaftshof Gehlert (1262–1810)“ unter der Führung von Markus Kunz. Die Jahresexkursion führt am 22. September zum ehemaligen Kloster Heisterbach und nach Köln. Das Thema lautet dann „Die Zisterzienser in Köln“. Die Reise wird von Abt Andreas Range begleitet. Nichtmitglieder sind zu beiden Veranstaltungen eingeladen.

20. März 2012

P. Maurus Mohrs in Ungarn verstorben

Am 20. März 2012 verstarb im Alter von 86 Jahren der Marienstatter Zisterziensermönch P. Maurus (Matthias) Mohrs im Kloster Regina Mundi in Érd bei Budapest. Bei den dort beheimateten Zisterzienserinnen hatte er seit 2002 den Dienst als Spiritual versehen.

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Der nach dem Tod von drei Mönchen im vergangenen Jahr älteste Marienstatter Mönch wurde am 13. Januar 1926 in Koblenz-Güls geboren. Nach dem Eintritt in die Abtei Marienstatt 1947 und der Ablegung der Gelübde 1948 studiert er zunächst Theologie in St. Georgen, dann bis 1952 in Fribourg in der Schweiz. Im Jahr 1952 wurde er zum Priester geweiht. Anschließend erweiterte P. Maurus seine Studien in Pädagogik und den Naturwissenschaften und schloss sie 1956 in Fribourg mit dem Lic. rer. nat. ab. Nach seiner Rückkehr nach Marienstatt wirkte er von 1956 bis 1971 als Präfekt im Internat des Gymnasiums und bis 1981 auch als Lehrer für Biologie, Chemie, Mathematik, Erdkunde und Katholische Religion. Auf der Basis des Internats gründete er 1960 die DJK Marienstatt. Für den Sportverein, der Mitglied des katholischen Bundesverbandes „Deutsche Jugendkraft“ und des Diözesanverbandes im Bistum Limburg ist, wirkte er lange Jahre als Erster Vorsitzender. Die anfangs 50 Mitglieder der DJK, aus denen nach mehr als 50 Jahren mittlerweile fast 500 geworden sind, widmeten sich zusammen mit P. Maurus und P. Theobald von Anfang an den Sportarten Fußball, Leichtathletik, Tischtennis, Judo, Turnen und Schach. P. Maurus fungierte vielfach als Übungsleiter, Betreuer und vor allem in den ersten Jahren als „DJK-Chauffeur“. Zudem amtierte er im Vorstand des Tischtennis-Kreises Westerwald und als stellvertretender Verbandsjugendwart im Landessportbund Rheinland-Pfalz. Im 1934 gegründeten Bezirksverband Marienstatt im Bund der Historischen Schützenbruderschaften, dem heute acht vorwiegend im Kreis Altenkirchen angesiedelte Schützenbruderschaften angehören, war P. Maurus über viele Jahre Bezirkspräses und bis zuletzt Ehren- Bezirkspräses.
Im Kloster versah P. Maurus von 1969 bis 1979 den Dienst des Gästepaters. Von 1971 bis 1979 war er als Bursar, von 1979 bis 2000 als Cellerar für die wirtschaftlichen Belange der Abtei verantwortlich.
Auch als P. Maurus seit 2002 die meiste Zeit des Jahres bei den Zisterzienserinnen in Ungarn lebte und wirkte, verlor er den Kontakt in die Heimat nie: In den letzten Jahren galt sein besonderes soziales Engagement in Zusammenarbeit mit den Schwestern von Regina Mundi und der Kolpingfamilie Marienstatt Menschen, die in Osteuropa in ärmlichen Verhältnissen leben müssen. Besonders Roma-Familien in Ostungarn und Kinder aus mittellosen Familien in einer Schule in Zsámbék freuten sich wiederholt über die Unterstützung aus dem Westerwald freuen.
Am 21. September 2008 feierte P. Maurus im Kreise seiner Mitbrüder – zusammen mit dem goldenen Priesterjubiläum des im Dezember 2011 verstorbenen P. Hubertus Schilling – sein diamantenes Professjubiläum und blickte damit auf 60 Jahre Leben im Kloster zurück. Sein 60-jähriges Priesterjubiläum in diesem Jahr feiern zu können, war ihm nicht mehr vergönnt.

In der Abteikirche von Marienstatt hat unsere Gemeinschaft das Requiem für den Verstorbenen am 27. März 2012 gefeiert.
Im Kloster Regina Mundi zu Érd hat Abt Andreas die Exequien für P. Maurus am 2. April 2012 gehalten. Anschließend wurden die leiblichen Überreste P. Maurus´ Wunsch gemäß in der Gruft des ungarischen Klosters von Erzabt Sixtus (Zirc) beigesetzt.

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25. Februar 2012

Einkehrtag des Geistlichen Freundeskreises im Jubiläumsjahr

Die große Zahl von 115 Freundinnen und Freunden aus unserem mittlerweile 416 Mitglieder umfassenden "Geistlichen Freundeskreis" traf sich am ersten Samstag in der Fastenzeit zum Einkehrtag in Marienstatt. Er hatte das Leitwort unseres Jubiläumsjahres "800 Jahre Marienstatt" zum Thema: "Aus Liebe zu Christus".
Dabei hatte an diesem Einkehrtag besonders die "Lectio"eine ungewöhnliche Form: Abt Andreas erschloss zunächst den Hintergrund des Leitwortes, das - biblischen Wurzeln entspringend - mehrmals wörtlich oder sinngemäß in der Regel des hl. Benedikt vorkommt. "Aus Liebe zu Christus" leben seit nun 800 Jahren Mönche in Marienstatt, kommen täglich, wöchentlich, jährlich ungezählte Menschen an diesen "Anders-Ort" und verbinden sich mit den Mönchen im Beten, im Feiern der Liturgie und im Leben gemeinsamer Wegstrecken.
Eine große Präsentation in Bildern und Texten, die von P. Jakob und Jörg Ditscheid erstellt worden war, erschloss im Folgenden die gesamte Zeitspanne der 800 Jahre. Die Freunde sahen "Schlaglichter aus der Abteigeschichte", die durch zum Teil gänzlich unbekannte Archivbilder wie auch durch neueres Bildmaterial illustriert wurden.
Fr. Gregor an der kleinen Rieger-Orgel und P. Jakob auf Bass- und Querflöte unterlegten die 50-minütige Präsentation musikalisch-geistlich in improvisierten Themen katholischer und evangelischer Kirchenlieder.

Chronikbild

Ein ausführlicherer Bericht und Bilder finden sich unter der Rubrik Freundeskreis.

Weitere Bilder finden sich unter der Rubrik Galerie.

08. Februar 2012

Pressegespräch zum Jubiläumsjahr

Seit 800 Jahren leben, beten und arbeiten in Marienstatt Zisterziensermönche. Die Ordensgemeinschaft feiert das Jubiläum mit einem Programm, das sich über das gesamte Jahr erstreckt und viele verschiedene Interessen anspricht – so wie tagtäglich zahlreiche unterschiedliche Menschen den Weg in die 1212 gegründete Abtei finden. Alle Wallfahrten, Konzerte, Begegnungen, Ausstellungen oder literarischen Veranstaltungen stehen unter dem Leitwort aus der Benediktsregel „Aus Liebe zu Christus“.

Bei einem Pressegespräch, zu dem die Abtei Vertreter der umliegenden regionalen, aber auch überregionalen Zeitungen, so auch der Kirchenzeitungen, eingeladen hatte, informierten die Oberen des Klosters - Abt Andreas Range, P. Prior Martin Pfeiffer und P. Subprior Jakob Schwinde - über die Inhalte und Akzente des Jubiläumsprogramms.

Presseartikel, die im Gefolge der Pressekonferenz erschienen sind, finden sich unter der Rubrik Presseberichte.

01. Januar 2012

Beginn unseres Jubiläumsjahres
"800 Jahre Marienstatt"

2012 wird für die Abtei Marienstatt, unsere Mönchsgemeinschaft und für alle Menschen, die sich diesem Ort verbunden fühlen, ein besonders Jahr werden. Mit dem 1. Januar hat unser Jubiläumsjahr begonnen: Unser Kloster wird 800 Jahre alt. Das ist ein Grund zu feiern, und das wollen wir auch in verschiedenen Formen über das Jahr verteilt tun. Unser Jahresprogramm, das Sie in Marienstatt in gedruckter Form mitnehmen können und ebenso auf dieser Homepage finden, informiert Sie über alle Vorhaben in diesem ereignisreichen Jubiläumsjahr. Wir haben Grund, Gott Dank zu sagen für einen lange und wechselvolle Geschichte dieses Ortes. Durch die Höhen und Tiefen der Jahrhunderte hat er dem Kloster selbst in schwersten Zeiten Bestand und Zukunft gegeben. Es war sein Wille, dass Marienstatt ein Ort der Begegnung zwischen Himmel und Erde, zwischen ihm und uns Menschen sein sollte. Und deshalb haben wir im Jubiläumsjahr Grund, intensiv zu beten – gerade auch mit Ihnen, unseren Freundinnen und Freunden, die uns täglich im Gebet verbunden sind –, dass unser Kloster und die Mönchsgemeinschaft erhalten bleiben. Wir alle kennen das Schicksal vieler Klöster, die aus den verschiedensten Gründen aufgegeben werden mussten. Möge der Herr uns vor diesem Schicksal bewahren, uns vielmehr neue Berufungen schenken und mit seinem Segen über uns sein.

Über unser Jubiläumsjahr haben wir ein Wort aus der Benediktsregel gestellt: Aus Liebe zu Christus
Aus Liebe zu Christus versammeln wir uns immer wieder an diesem Ort – Mönche, Freunde, Besucher, Wallfahrer, … Und in dieser Liebe verbunden möchten wir Sie zu allen Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläumsjahres einladen. Sie sind uns herzlich willkommen!


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800 Jahre Marienstatt
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