:FREUNDESKREIS
GEISTLICHER FREUNDESKREIS : BERICHTE

19. Juli 2014

Neunter Ausflug nach Speyer und Bad Bergzabern:
"Auf den Spuren der hl. Edith Stein"

Bereits zum neunten Mal unternahmen Mitglieder des Geistlichen Freundeskreises einen "Geistlichen Ausflug". Diesmal begaben sich insgesamt 56 Personen - 48 Freundinnen und Freunde sowie sechs Mönche - auf den Spuren der hl. Edith Stein nach Speyer und Bad Bergzabern.
Erste Station war die Bischofsstadt Speyer mit seinem prächtigen Dom, den die Gruppe eigenständig erkundete. Hier predigte der hl. Bernhard von Clairvaux in den Weihnachtstagen des Jahres 1146 und soll dabei in seiner glühenden Marienliebe seiner Predigt die Worte
hinzugefügt haben: „O clemens, o pia, o dulcis virgo Maria“ (O milde, o gütige, o süße Jungfrau Maria). Daran erinnern bis heute in den Mittelgang eingelassene Bodenplatten.

Speyer ist auch verbunden mit der hl. Edith Stein, die dort seit 1923 als Lehrerin an den Schulen der Anbetungs-Dominikanerinnen von St. Magdalena unterrichtete. In der Klosterkirche, in der auch Edith Stein so oft gebet hat, konnten wir die hl. Messe feiern.

Nach einem guten Mittagessen in der Domhof Hausbrauerei zeigten uns die Schwestern einen Film über Schwester Theresia Benedicta vom Kreuz und erläuterten Details zu Edith Steins Zeit in Speyer.

Sie zeigten uns auch das Zimmer, in dem Edith Stein gelebt hat und das heute zu einem Ort des Gedenkens umgestaltet ist. Eine Ausstellung über Edith Stein präsentierte zahlreiche Dokumente rund um die große Heilige des 20. Jahrhunderts und ihr Schicksal. Beeindruckend waren die Zeugnisse, die davon erzählten, wie tief überzeugt sie, die zum Katholizimus konvertierte Jüdin, für ihr Volk in die Gaskammer von Auschwitz gegangen ist.

Zweite Station des Tages war Bad Bergzabern in der Pfalz, wo Edith Stein am Neujahrstag des Jahres 1922 in der St. Martins-Kirche getauft wurde.
Bereits im August 1921 war Edith Stein zu Gast bei ihrer Freundin Hedwig Conrad-Martius und deren Gatten in Bad Bergzabern gewesen. Das Ehepaar hatte auswärts zu tun. Vor der Abreise führte Frau Conrad-Martius ihre Freundin Edith zum Bücherschrank und forderte sie auf, nach Belieben zu wählen. Edith Stein erzählt selbst: "Ich griff hinein aufs Geratewohl und holte ein umfangreiches Buch hervor. Es trug den Titel: ‘Leben der heiligen Teresa von Avila’, von ihr selbst geschrieben. Ich begann zu lesen, war sofort gefangen und hörte nicht mehr auf bis zum Ende. Als ich das Buch schloß, sagte ich mir ‘das ist die Wahrheit'." Die ganze Nacht hindurch hatte sie gelesen -bis zum Aufgang der Sonne.
Sie fasste den Entschluss, katholisch zu werden und sich taufen zu lassen, und bereitete sich ind en folgenden Monaten intensiv darauf vor.

In der Kirche, die heute Tauferneuerungskirche des Bistums Speyer ist, betete die Marienstatter Gruppe die Vesper und eine hielt am Taufbrunnen eine kleine Tauferneuerungsfeier.

Der Ausflugstag des Geistlichen Freundeskreises klang im Winzerdorf St. Martin am Haardtrand - in Sichtweite des Hambacher Schlosses - im Gasthaus Grafenstuben mit einem Abendessen aus.

Zahlreiche positive Rückmeldungen auf den Ausflugstag, den P. Martin perfekt vorbereitet und gestaltet hat, erzählen davon, dass die Marienstatter Freundeskreis-Gruppe einen geistlich tiefen und erfüllenden Tag erleben konnte.


Weitere Bilder des Tages finden Sie in unserer Galerie.

8. März 2014

Einkehrtag zum Beginn der Fastenzeit:
"Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter."

Nach einer Einkehrtags-Pause im vergangenen Jahr trafen sich 91 Freundinnen und Freunden aus unserem nun im neunten Jahr existierenden und 400 Mitglieder umfassenden "Geistlichen Freundeskreis" am ersten Samstag in der Fastenzeit wieder zu einem Einkehrtag in Marienstatt. Sein Leitwort "Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter." machte die Intention deutlich: In Marienstatt sind wir mit unserer Gemeinschaft von noch 13 Brüdern, davon elf im Haus, in einer durchaus bedenklichen Situation.
Die Freundinnen und Freunde sind uns im Gebet verbunden – das Beten um Nachwuchs für unser Kloster war ja 2005 der Ansatzpunkt zur Gründung des "Geistlichen Freundeskreises"und die Bitte um das gemeinsame Beten des Gebets, das unsere Gemeinschaft täglich am Ende jeder Vesper am Gnadenaltar beten, mit uns war die einzige Verpflichtung für die Mitgliedschaft. Dass unsere Freundinnen und Freunde seit Jahren in dieser Weise mit unserer in den letzten Jahren immer kleiner gewordenen Gemeinschaft verbunden sind, ist uns wichtig. Und selbst wenn wir in den letzten Jahren fast keine Neuzugänge in unserer Klostergemeinschaft hatten, die sich dauerhaft gebunden haben, geben wir die Hoffnung nicht auf, dass es auch in Marienstatt personell zukünftig wieder bessere Zeiten geben wird.

In der den Tag eröffnenden Messe griff Abt Andreas dies in seiner Predigt auf: Das Feld sei bereitet, aber es bedürfe - im Blick auf mich selbst und im Blick auf die ganze Kirche - einer Neuevangelisierung.

"Das Erntefeld Marienstatt" beleuchtete auch P. Martin in seinem Geistlichen Impuls in der Annakapelle: Unsere Zeit zeichne sich durch einen großen Mangel an geistlich lebenden und tätigen Menschen aus, und davon sei auch Marienstatt nicht verschont geblieben. Zu den fehlenden Neueintritten habe die immense Zahl von 65 (!) überwiegend jungen Menschen, die die Gemeinschaft in den letzten 33 Jahren nach ihrem Eintritt aus den unterschiedlichsten Gründen wieder verlassen haben, zusammen mit dem Tod vieler alter Brüder zum derzeit geringen Personalstand geführt. Die Aufgabe von Klöstern, wie sie andernorts schon vielfach zu beobachten war, sei ein Zeichen für den geistlichen Niedergang in Kirche und Gesellschaft.
Umso dringlicher richtete P. Martin die Bitte an die versammelten Freundinnen und Freunde, den vorhandenen Weinberg, das "Erntefeld Marienstatt" gemeinsam mit den Mönchen zu bebauen. "Können Sie sich vorstellen, unsere Gemeinschaft durch Ihre Arbeitskraft, Ihre Ideen und Ihr sachliches Können zu unterstützen?", so seine Frage.

Die Erwartungen, dass alles so weiterlaufen solle wie bisher, könnten schlicht nicht mehr erfüllt werden. Er zeigte vielfältige Möglichkeiten zur engeren Mitarbeit auf und nannte konkret anstehende Termine und Aktionen. Sein Appell zeigte eine erfreulich große Resonanz: Sehr viele Freundinnen und Freunde trugen sich hernach in die dafür bereitliegenden Helfer-Listen ein.

Nach dem Mittagsgebet erfreuten sich Freunde und Mönche gemeinsam am Mittagessen und nutzten die Gelegenheit zu Gespräch und Austausch, auch in der freien Zeit beim Spaziergang durch den Barockgarten oder den Kräutergarten.

Bei der erneuten Sammlung im Plenum informierte Christina Klein aus Osnabrück - seit über 20 Jahren eng mit Marienstatt verbunden - die versammelten Freunde darüber, dass sie in Kürze bei den Dominikanerinnen auf dem Arenberg in Koblenz eintreten werde, und bat um die weitere Gebetsgemeinschaft. Herzlicher Applaus beglückwünschte sie zu ihrem anstehenden Schritt ins klösterliche Leben.

Mit einigen Frageimpulsen wurden die Freundinnen und Freunde in die Gesprächsgruppen entlassen: Was bedeutet mir nach neun Jahren der Freundeskreis? Kann es in einer entchristlichten Gesellschaft überhaupt noch eine Zukunft der Klöster geben? Welche Zukunftschancen sehen Sie für Marienstatt? Haben Sie Ideen, wie man auf unser Kloster verstärkt aufmerksam machen kann? Welche Dienste könnten zukünftig Mitglieder des Geistlichen Freundeskreises übernehmen, um die Gemeinschaft zu entlasten?
In den vier von Abt Andreas, P. Martin, P. Jakob und P. Guido moderierten Gruppen entspannen sich intensive Gespräche und zahlreiche Ideen wurden ausgetauscht.

Im anschließenden Plenum stellten Gesprächsteilnehmer die Ergebnisse aus den Gruppen vor. Übereinstimmender Tenor war, dass sich der Freundeskreis von einem "Gebetskreis" zu einem aktiven Unterstützungskreis wandeln müsse, der von einem "inneren Kreis" als Koordinierungsteam zusammengehalten werde. Es können gut Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen eingerichtet werden: Garten und Gelände, Führungen, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, Reinigungsarbeiten, Wallfahrten, Bibelwochen und Dienste auf Abruf. Besonders die Außendarstellung wurde für wichtig erachtet: Die Werbung könnte man z. B. verstärken für den Gästebereich. Viele der vorgestellten Ideen wurden aus dem Plenum positiv kommentiert und verstärkt.

Mit der eucharistischen Anbetung und der Vesper schloss der Einkehrtag ab. Viele Freunde gaben positive Rückmeldungen auf den Einkehrtag. Rudolf Grabowski schrieb beispielsweise:
"Der Einkehrtag unter dem Motto „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.“ war aus meiner Sicht einer wichtigsten und innigsten, an denen ich bisher teilnehmen durfte. Die vertrauensvolle Offenheit mit der die Mönche die großen Probleme ihrer Gemeinschaft ansprachen und zur Diskussion stellten, hat nicht nur mich, so glaube ich, sehr beeindruckt. Aus den Ergebnissen der Gesprächsrunden ist zu entnehmen, dass eine große Bereitschaft seitens der Mitglieder des "Geistlichen Freundeskreises" besteht, einen Teil der Arbeiten zu übernehmen, die für das Kloster notwendig sind, von den wenigen Mönchen aber nicht mehr geleistet werden können. Dazu sollte bald zu einer Gesprächsrunde „Mönche-GFK“ eingeladen werden, bei der Organisationsform und Arbeitsfelder für die Mitglieder des GFK diskutiert und beschlossen werden sollen. Natürlich werden auch unsere Gebete Sie weiterhin begleiten. Dass eine unserer fröhlichen Freundinnen demnächst Dominikanerin wird, zeigt doch, dass wir „wirkungsvoll“ beten können … Wir freuen uns mit ihr von ganzem Herzen."

Ein erstes Treffen interessierter Freunde im "Kernteam" hat bereits stattgefunden - übereinstimmender Tenor: "Die Strahlkraft von Marienstatt muss erhalten bleiben!" Vorgestellte Ideen wurden weiter konkretisiert, erste Arbeitsgruppen haben sich gebildet. Das Kernteam sieht seine Aufgabe auch darin, für Arbeiten und Veranstaltungen im Kloster die Freunde, die ihre Bereitschaft zur Mitarbeit beim Einkehrtag bekundet haben, zu organisieren. Gemeinsam werden wir weiter "am Ball" bleiben.

Weitere Bilder des Tages finden Sie in unserer Galerie.


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© Abtei Marienstatt 2017