:WALLFAHRT
WALLFAHRT :
WALLFAHRT MARIENSTATT - MARIENTHAL

Vor einigen Jahren haben die Verbandsgemeinden Hachenburg, Altenkirchen und Hamm/Sieg einen Wanderweg geschaffen, der die beiden altehrwürdigen Marienwallfahrtsorte Marienstatt und Marienthal verbindet. Zwischen diesen beiden Wallfahrtsstätten gibt es eine lange und segensreiche Tradition.

Die klösterliche Gemeinschaft der Zisterzienser im Tal der Nister wurde schon bald nach ihrer Gründung über die nähere Umgebung hinaus bekannt und beliebt. Adel und einfache Leute vermachten dem Kloster Stiftungen und Geschenke und baten um das Gebet der Mönche. Bereits im Jahre 1375 übergab beispielsweise ein Albert von Bicken dem Kloster 100 schwere Gulden zu einer "Ewigen Messe".

Irgendwann muss die Familie von Bicken in finanzielle Schwierigkeiten geraten sein, denn 1456 verkaufen ein Junker Gerhard von Bicken und dessen Frau Jungfer Bilge Marienstatt einen Hof zu Oberaltersberg im Kirchspiel Hamm - das heutige Marienthal. Auf dem übernommenen Hof befand sich ein schlichtes Marienbildnis der Schmerzensmutter, das von der Bevölkerung der Umgebung verehrt und in schwierigen Zeiten um Hilfe angerufen wurde.

Bald nach der Inbesitznahme des Hofes wurde ein neues Vesperbild in Marienthal aufgestellt, ebenso wurde auf Initiative der Mönche in der zweiten Hälfte 15. Jahrhunderts eine erste Kapelle erbaut.

Ab 1488 übernahmen Marienstatter Mönche vorerst die Betreuung der Wallfahrtstätte und der Pilger.

Der zunehmende Pilgerstrom hätte den Neubau einer Kirche notwendig gemacht. Dem Ersuchen der Mönche wurde vom Erzbischof Hermann aus Köln auch stattgegeben. Dass eine neue Kirche zum Schluss doch nicht gebaut wurde, war auf den Einspruch des Pfarrers von Hamm zurückzuführen.

Die Marienstatter Mönche zogen sich aus der Pilgerseelsorge in Marienthal zurück, schon 1502 bezeugen Urkunden das Wirken von Diözesanpriestern in der Seelsorge der Marienthaler Wallfahrt.

Aus dieser Zeit ist ein Wallfahrtsweg von Marienthal über Marienstatt nach Marienberg bekannt, den Pilger gerne zurückgelegt haben.

Einen großen Rückschlag für das Wallfahrtswesen im Westerwald stellt die Reformationszeit dar, in der sich die Grafen von Sayn-Hachenburg dem neuen Glauben zuwandten und die kirchlichen Besitztümer in ihrem Gebiet anzueignen versuchten. 1652 kam der katholische Graf Salentin Ernst von Manderscheid- Blankenberg durch Erbfolge in den Besitz des Hachenburger Gebietes. Er berief Franziskanermönche nach Hachenburg, die bald danach auch in Marienthal tätig wurden. Dort erweckten sie die Wallfahrt wieder zu hoher Blüte und betreuten sie bis zur Aufgabe des Klosters vor wenigen Jahren.

Die guten Beziehungen zwischen Marienthal und Marienstatt sind auch nach dem Weggang der Franziskaner nicht zerbrochen. Noch heute wird eine Tradition fortgesetzt, wenn am Fest Christi Himmelfahrt die Pfarrgemeinde Marienstatt in einer großen Prozession nach Marienthal pilgert und wenn umgekehrt zum Großen Wallfahrtstag in Marienstatt stets Pilger aus Marienthal begrüßt werden können.

Wallfahrtsweg als pdf-Datei


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